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Persönliche Geschichten erzählen: zeitgenössische deutsche Literatur und ihre ukrainische Übersetzung

29. 1. 2016

Titelseite Alle AnderenNachwort zum Sammelband der ukrainischen Übersetzungen „Alle Anderen. Geschichten über Liebe, Gewalt und Erinnerung“ (als PDF downloaden)

Maria Iwanyzka und Andrij Mokrousow

Übersetzt von Nina Hawrylow

Wer einen Blick auf den Titel, den Untertitel oder auf den Inhalt des Bandes „Alle Anderen“ wirft, vermutet vielleicht ein durchkonzipiertes, nach thematischen und textsortenspezifischen Kriterien zusammengestelltes Buch. Ein Buch, das sich dem infolge der Flüchtlingskrise brennendsten Thema des heutigen Europas widmet. Diese Vermutung stimmt aber nur teilweise.

Die Idee zu dieser Publikation und dem Projekt „TransStar Europa“, dessen Bestandteil dieser Sammelband ist, entstand zu einer Zeit, als von einer Flüchtlingskrise noch nicht die Rede war, obwohl natürlich bereits Flüchtlinge nach Europa kamen und die europäische Öffentlichkeit ihnen auch damals schon einige Aufmerksamkeit schenkte; wie auch den weitaus breiteren und abstrakteren Fragen nach dem „Anderen“ und „Besonderen“, dem „Eigenen“ und „Fremden“, der Frage nach unsteten Identitäten und nach dem Paradox sich immer ändernder Identifikationsmöglichkeiten. Es geht also um einen ganzen Themenkomplex, der auf verschiedenen Ebenen – in der fiktiven Literatur, in akademischen Kreisen, in der Presse und im rechtlichen Kontext – längst Merkmal des „normalen“ europäischen Diskurses geworden ist, eines seiner inhärenten Attribute darstellt, das diesen Diskurs formte und täglich formt. All diese Fragen waren auch für die Ukraine aktuell, sowohl vor als auch nach der Majdan-Revolution.

Die Textauswahl verfolgte jedoch ein anderes Ziel: die Texte sollten vor allem methodische Fragen aufwerfen. Sie sollten interessant zu übersetzen und in der Folge interessant zu lesen sein. Angestrebt wurde eine praktische Übersetzerausbildung. […]

Auch eine Textsortenreinheit dürfen Leser nicht erwarten. Dieses Buch versammelt in sich Erzählungen, klassische Novellen, eher lyrische Miniaturen und Romanfragmente, die allerdings eigenständig funktionieren.

Trotz alldem wirkt das Buch ganzheitlich und durchaus konzeptualisiert. Erstens, weil beinahe alle enthaltenen Geschichten einen autobiographischen oder quasiautobiographischen Charakter aufweisen – ob nun die Erinnerungen und Memoiren in Briefform von Katja Lange-Müller, die parodierte Biografie von Felicitas Hoppe oder die fiktiven Reiseaufzeichnungen, die ebenso fiktiven Reisen von Yoko Tawada vorangehen. Im Großteil der Texte findet man Retrospektiven, Erzählungen über Vergangenes oder über vermeintlich Gegenwärtiges, das aber erzählt wird wie Vergangenes, mit einem betont aus der Gegenwart rückwärtsgewandten Blick, der die Vorstellungen über diese Gegenwart wesentlich ändert, oder sie tatsächlich ändert, wie etwa in „Landgang“ von Eva Profousová. Alle Geschichten sind also in gewisser Weise historisch, sie sind Teil des Gedächtnisses und das Gedächtnis ist das konstante Motiv dieser Textsammlung.

Zweitens sind es alles Familiengeschichten, Geschichten über Eltern-Kind-Beziehungen […], über die Beziehungen zwischen Eheleuten, Geliebten, Geschwistern und Verwandten. Einige von den Letzteren übernehmen sogar die Rolle des Vaters oder die eines Paten, sowohl im religiösen als auch kriminellen Sinn, wie bei Roberto Capitoni. Selbst dann, wenn es sich einfach um zufällige Bekannte handelt, um vorgebliche Freunde, die sich eigentlich völlig fremd sind, wie bei Angelika Klüssendorf, zwischen denen schließlich ein beinahe familiäres Verhältnis entsteht, wodurch dem Erzähler die Pflicht des „Sohnes“ zufällt, sich um das Begräbnis des unheilbar kranken „Vaters“ zu kümmern. Diese Beziehungen sind unterschiedlicher Art – idealisiert idyllisch (zum Beispiel bei Yoko Tawada und bei Ralf Rothmann) oder umgekehrt, außerordentlich gewaltvoll (wie im Text „Drillen“ von Svenja Leiber, in „Die einzig gültige Perspektive“ und „Wüstenhimmel, Sternenland“ von Sudabeh Mohafez), geprägt von Hass, Distanzierung, Abscheu und Verachtung (etwa bei Katja Lange-Müller und Hans Joachim Schädlich), manchmal sind es kontroverse und paradoxe Beziehungen (siehe Jenny Erpenbeck, Zsuzsanna Gahse oder Svenja Leibers „Der erste Schnitt“) oder unheimliche wie bei Felicitas Hoppe, scheinbar normale, in Wahrheit aber unerträgliche Beziehungen wie bei Eva Profousová und Silke Scheuermann, oder beinahe imaginär wie im Text von Ulrike Almut Sandig. So oder so haben all diese Beziehungen immer den Beigeschmack von Unglück, Pech, Verzweiflung und in einzelnen, fast glücklichen Fällen, den Beigeschmack eines fragilen, schwindenden, ungewissen Glücks. Das fröhliche Abenteuer von Roberto Capitoni hebt sich von diesem düsteren Hintergrund ab. Der Autor, selbst Komödienschauspieler, schrieb eine Satire-Roadstory, aber auch auf dieser Reise mit einem Mafia-Typen und dem von ihm getöteten Opfer, fällt ein makabrer Schatten auf die Fröhlichkeit.

Es sind also persönliche Geschichten unglücklicher Familien und von vom Pech verfolgter Menschen. Sie kreisen um Erinnerungen, wodurch diese persönlichen Geschichten den Anstrich eines Epos erhalten. Bei manchen ist dieser Anstrich romantisch. Es reicht die erste Zeile von Gahses Romanfragment, in der der ausgezeichnete Anfang von Charles Dickens „Eine Geschichte aus zwei Städten“ nachhallt: „Es gab ein großes Kommen und Gehen, Anreisen und Abreisen“, um sich die Chronologie und die Entwicklung der Handlung vom hoffnungsvollen Frühling zum elenden Winter vorstellen zu können. Meistens ist dieser epische Anstrich aber realistisch, fast schon dokumentierend, ohne ein offen postmodernes Spiel mit den Narrativen, mit den Sprechinhalten, dann wieder ist er naturalistisch oder mythologisch und sagenhaft. Und zum universellen Sujet dieses Epos über Glück und Unglück, Liebe und Gewalt, werden Einsamkeit und Gemeinsamkeit, Verlorensein und Gefundenwerden, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit.

Vergessen wir aber nicht auf die Anderen. Aus den Biografien der Autorinnen und Autoren ist ersichtlich, dass einige unter ihnen selbst diese „Anderen“ waren – Migranten, Ankömmlinge, Umgezogene, Fremde. Capitoni und Mohafez wurden in Deutschland in zweisprachige Familien hineingeboren, haben zwei Muttersprachen und komplexe Identitäten, schreiben aber auf Deutsch und sind zweifelsohne deutsche Schriftsteller. Eleonora Hummel emigrierte aus der Sowjetunion nach Deutschland, Zsuzsanna Gahse aus Ungarn, Eva Profousová aus Tschechien. Sie schreiben ebenfalls überwiegend auf Deutsch, nicht in ihrer Muttersprache, und lassen den Leser in ihre persönlichen Identitäten eintauchen. Yoko Tawada ist nicht nur gleichzeitig Teil der deutschen und japanischen Kulturen, sondern veröffentlicht und liest auch in beiden Sprachen, erhält da und dort literarische Prämien, lebt allerdings im kosmopolitischen Berlin. Manche sind die „anderen Deutschen“ – Schädlich, Lange-Müller, Erpenbeck, Sandig und Klüssendorf –  alle im Übergang von einer totalitären in eine offene Gesellschaft. Auch westdeutsche Autoren findet man im Buch: Hoppe, Leiber, Rothmann und Scheuermann. Trotzdem sind auch ihre Texte nicht geradlinig. So taucht in Hoppes halbfiktiver Autobiografie das Motiv einer Emigration und Kindheit in Kanada auf. Rothmann entwirft in „Junges Licht“ eine „innere Entfremdung“ und zeichnet sein Ruhrgebiet als ein von Raum und Zeit abgekoppeltes „anderes Deutschland“, ähnlich wie William Faulkner sein Yoknapatawpha County, wenn auch nach anderen stilistischen und ideologischen Prinzipien. Der wilde, nördliche Winkel in Leibers Text passt genauso schwer zu den stereotypen Vorstellungen von Westdeutschland, wie die „Hinterhöfe“ bei Klüssendorf mit jenen von Ostdeutschland.

Obwohl man in Capitonis Text ein komisches Deutsch mit italienischem Akzent liest, sich die ungarische Vergangenheit von Gahse über die Kasseler Gegenwart der in ihrem Text Flüchtenden legt, der sowjetische Schwermut Hauptthema von Hummels Reflexionen und Japan die grundlegende Komponente von Tawadas Frage „Wo fängt Europa an?“ ist, erscheinen diese „Anderen“ im Buch weitaus mehr als national und sprachlich anders. Es sind nicht einfach „Fremde“, die hierher gezogen oder gebracht wurden und versuchen, sich in Europa und Deutschland, in der Sprache, der Kultur und den Bräuche zurechtzufinden und für sich einen neuen Lebensraum zu schaffen. Es sind nicht nur Heimkehrer von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs mit furchtbaren und zumindest für den friedlichen, demokratischen Westen unfassbaren Erfahrungen. Diese „Anderen“ sind Menschen am Rand der Gesellschaft, Sonderlinge, Provinzler, kranke Menschen mit verschiedenen Perversionen, Alte, aber auch Junge mit einer betont anderen Identität. Am häufigsten sind es Frauen, um die es geht. Auch unter den Autoren überwiegen die Frauen – 12 der 15 Texte entstammen der Feder einer Frau. Und obwohl nicht immer aus der Sicht von Frauen oder über Frauen erzählt wird, wäre es falsch, den Genderaspekt zu ignorieren. Auch einsame Männer, die mit der Nichtigkeit ihres sinnlosen Daseins kämpfen, sind Thema. Wie es im Titel also richtig heißt, Alle. Alle sind anders und alle auf ihre Weise anders. Und fast alle sind sich ihrer Eigentümlichkeit bewusst oder fühlen sie, alle sind irgendwie unglücklich, unruhig und gefangen.

Dieses komplizierte Flechtwerk aus Eigentümlich- und Andersartigkeiten vor dem finsteren Hintergrund von Ausweglosigkeit, von Unglück, Verzweiflung, einer Existenz im Abseits, von fatalen Versäumnissen und Verlusten, dieses dunkle, schwerfällige aber in sich bewegliche Geflecht, das hie und da mit den Perlen aussichtsloser Hoffnung verziert ist, gibt der Teppich in Gahses Text treffend wider, der dort als Symbol für ein Herumirren der menschlichen Seele steht. Wir glauben immer, dass das alles den anderen, nie aber uns selbst passiert. Aber wie es ein alter Mann in Schädlichs Text formuliert: „… und plötzlich bist du selber der andere“. Diese gedachte, unsichtbare Grenze zwischen „uns“ und den „anderen“ ist bei näherer Betrachtung der Romanfiguren besonders zweifelhaft. Ob ihr Leiden nicht schlussendlich diese Grenze verschwimmen lässt? Immerhin gelingt es manchen von ihnen den Menschen um sich herum zuzurufen „Halten wir zusammen!“, aber nach dem rettenden Strohhalm greift die Mehrheit nicht. So oder so verschwindet für alle schrittweise der Widerspruch zwischen Liebe und Gewalt, zwischen Mitgefühl und Gleichgültigkeit, weil die eindeutigen Kriterien, die die Welt früher scheinbar in Schwarz und Weiß teilten, längst aus dem Leben und aus künstlerischen Überlegungen verschwunden sind. Sowohl die Menschen, ob real oder im Text, als auch die Gesellschaft, die von außen erfolgreich und glücklich wirkt, und es von einer historischen oder übermenschlichen Perspektive aus wahrscheinlich auch ist, machen eine schmerzhafte Umstrukturierung durch.

[...]Die Literatur und die intellektuelle Elite einer solchen Gesellschaft haben keinen anderen Ausweg, als all das Unglück, Unschöne, die Dispute, moralischen Abgründe, sozialen Brüche, Gender- und Klassenfragen und den Hass aufzuarbeiten und ans Licht zu bringen. [...] Diese Literatur, und breiter gefasst die intellektuelle Gemeinschaft, unternimmt unzählige Versuche, die entdeckte Wunde zu heilen oder sich direkt in die Haut eines Kranken zu versetzen, um an sich die Wunden und Geschwüre zu spüren, mit ihm zu leiden. „Schriftsteller sind keine Ärzte. Sie sind der Schmerz“, formulierte es einmal ein „anderer“ Europäer, einer der aus der zwielichtigen Gegend flüchtete, wo diejenige lebten, die „nichts dagegen hatten, zu sterben“. Also ist es nicht verwunderlich, dass erfolgreiche und glückliche Künstler des glücklichen und erfolgreichen und vor allem angenehm friedlichen „Westens“ der Welt stur über Gewalt, Hass, Ressentiments, Entfremdung, Herzlosigkeit und Erinnerungslosigkeit erzählen, über all diese furchtbaren Reiter der Apokalypse schreiben, die dazu fähig sind, jene Welt zu ruinieren, diese neue wunderbare Welt, die sich durch ihre Teilhabe vor ihren und vor unser Augen auftut. […]

Zum Glück betrifft das nur die Norm. Die besten Vertreter der zeitgenössischen ukrainischen Literatur – Zhadan, Maljartschuk, Luzyschyn, Slywynskyj, Babkina, Schuwalowa und Jakymtschuk – versuchen das auch zu machen, wodurch sich kein entscheidender Unterschied zwischen diesen Schriftstellerinnen und Schriftstellern und ihren europäischen oder amerikanischen Counterparts finden lässt. Trotzdem fällt dem ukrainischen Leser das Interesse der „westlichen“ Literaten an einer „sozialen Literatur“ auf und es verwundert sie. Es ist mehr als ein Interesse – eine offenherzige, konstante, ohne jegliche Naivität oder Sentimentalität behaftete Aufmerksamkeit für die „Seele“. „Seele ist, warum ein Vogel singt“, sagt einer von Rothmanns kleinen Heldinnen, und diese Wörter kann man sich schwer aus dem Mund eines ukrainischen Schriftstellers mit gleicher Leichtigkeit vorstellen.

Daraus besteht auch die Ganzheitlichkeit dieses Buches. Es ist ein auffallend vielstimmiges, multikulturelles Buch mit eindeutig deutschen Geschichten, wenn das auch nicht auf den ersten Blick offensichtlich. Die Geschichten bilden zusammengenommen die private und familiäre Geschichte ihres und unseres Europas, eine europäische Familie, ein neuartiges Europa, entstanden auf blutigem Boden und aus Schmutz, oder im weitesten Sinn ein Nachkriegseuropa – nach dem Zweiten Weltkrieg, vielleicht nach dem Ersten, Kriege, mit denen die Generationen immer noch ringen, die beide immer noch das Heute und die unbekannte Zukunft mitgestalten.

Der Band zeigt eine multikulturelle Vielstimmigkeit, die beginnend mit den 1980er Jahren mittlerweile ein immanentes Zeichen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur ist. Kritiker sprechen heute zum Beispiel von einer deutsch-türkischen Literatur, deren Vertreter wie Feridun Zaimoglu oder Osman Engin zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren zählen. Ebenso zählen der deutsch-syrische Schriftsteller Rafik Schami, der deutsch-russische Schriftsteller Wladimir Kaminer und die Kiewerin Katja Petrowskaja zu den bekannten Autoren Deutschlands. Literaten, die in sich verschiedene Kulturen vereinen, Migrationserfahrung haben oder gleichzeitig in verschiedenen Traditionen zu Hause sind, sehen die Welt vielleicht farbenfroher und mehrdimensional, blicken komplizierter und unvoreingenommener auf sie, als ihre einsprachigen, „monokulturellen“ Kollegen. Vielleicht greifen sie einfach in größerem Ausmaß die verschiedenen Kollisionen von Identitäten, kultureller Hybridität, Assimilation und Entfremdung, Anderssein, Empathie, Solidarität und Feindseligkeit auf. […]

Ein anderes Zeichen deutschsprachiger Literatur Ende des letzten Jahrhunderts war das „Fräuleinwunder“. […] Zu den bemerkenswertesten Vertreterinnen dieser Generation gehört […] Judith Hermann, sowie Karen Duve, Julia Franck und andere. Obwohl diese Bezeichnung von der Literaturwissenschaft kritisiert wurde, weil all diese Autorinnen doch sehr unterschiedlich sind, lässt sich in der heutigen deutschensprachigen, „weiblichen“ Literatur etwas Gemeinsames finden: die Gabe, Geschichten zu erzählen – alltägliche Begebenheiten oder Familienerinnerungen, auf den ersten Blick unpolitisch, aber Politik und Geschichte werden gewöhnlich ja durch persönliche Geschichten sichtbar. Eine Spezifik des vorliegenden Bandes ist eben diese, bereits erwähnte, überwiegende Mehrheit „weiblicher Stimmen“.

Dieser Sammelband, anhand dessen unsere Leser einen guten Querschnitt deutschsprachiger Literatur Anfang des 21. Jahrhunderts erhalten, erschien im Rahmen von „TransStar Europa“, einem einmaligen Projekt unter der Ägide der Europäischen Union, das erfahrene und junge Übersetzer aus Österreich, Deutschland, Polen, Slowenien, Ukraine, Kroatien, Tschechien und Schweiz zusammenbrachte. Den Anstoß für dieses Projekt gab Claudia Dathe, Übersetzerin aus dem Ukrainischen. Dank ihr kann das deutschsprachige Publikum Serhij Zhadan, Oleksandr Irwanez, Tanja Maljartschuk, Maria Matios, Viktor Neborak und andere bekannte Schriftsteller der postsowjetischen Ukraine auf Deutsch lesen. Claudia Dathe war außerdem die Mentorin der ukrainisch-deutschen Gruppe, die an der Übersetzung aktueller ukrainischer Literatur arbeitete.

Das Ziel von TransStar, „kleine“ Sprachen und Literaturen auf die literarische Europakarte zu bringen, bekam während des Euromajdans unerwartet scharfe Konturen: die Ukraine war für viele Deutsche eine terra incognita, weshalb die russische Propaganda in Deutschland nicht wenige „Putinversteher“ erreichen konnte. Claudia Dathe und die Projektteilnehmer waren eine der ersten, die diesem Informationsvakuum Bedeutung zumaßen und traten bewusst gegen die imperiale Rhetorik Moskaus auf. Ihre Stimmen waren auf Konferenzen, an Runden Tischen, in Diskussionen und auf der Leipziger Buchmesse zu hören. Claudia Dathe und die TransStar-Teilnehmer Sofia Onufriv, Constanze Aka, Nina Hawrylow und Stefan Heck trugen Anfang 2014 zum Erscheinen des Buchs „Majdan! Ukraine, Europa“ bei – die erste deutschsprachige Textsammlung, die die Geschehnisse auf dem Euromajdan aus Sicht von ukrainischen, deutschen, englischen und polnischen Autoren beleuchtete. Die Übersetzung dieser Texte war nicht geplant, aber ein sehr wichtiges Ergebnis des Projekts. Immerhin verdeutlichte es die Möglichkeit, ein Volk über seine Literatur zu entdecken.

An Texten deutscher Autoren arbeiteten die Übersetzergruppen aus den Partnerländern. Kurator und Mentor der deutsch-ukrainischen Gruppe war Jurko Prochasko aus Lwiw, ein bekannter Vertreter der neuen ukrainischen Übersetzergeneration, der Werke von Kafka, Musil, Joseph Roth, Ingo Schulz und anderen österreichischen, deutschen und Schweizer Autoren der letzten zwei Jahrhunderte für das ukrainische Publikum anspruchsvoll und raffiniert übersetzt hat. Das Resultat der Zusammenarbeitet dieses erfahrenen Übersetzers mit seinen jungen Kollegen ist der vorliegende Band. Eine detaillierte Besprechung der Texte, Ideen und sprachlichen Eigenheiten der Autoren, wie auch die andauernde Diskussion darüber, wie all das für einen anderen Kulturraum zugänglich gemacht werden kann, eröffnete den Projektteilnehmern neue Lese- und Interpretationsperspektiven und regte eine tiefere Auseinandersetzung mit der Übersetzungskunst und der Übersetzungswissenschaft an.

Ähnliche Sammelbände erschienen auch in den anderen Projektländern. Die Bücher sind jedoch nicht das einzige Endprodukt des Projekts. Von großer Wichtigkeit ist das entstandene Netzwerk neuer Kulturmittler, für die die Übersetzungstätigkeit nicht nur Textarbeit, sondern auch vielseitige sozialpolitische Aktivität bedeutet, die sich als Repräsentanten einer Kultur im literarischen Umfeld einer anderen Kultur verstehen und dafür neben den fachlichen, eine Reihe von Zusatzkompetenzen beherrschen. Die Gespräche mit Autoren und Übersetzern, die Kontakte mit ausländischen Kollegen, die Teilnahme an Seminaren, Lesungen und Vorträgen im Laufe der drei Jahre waren zweifelsohne für alle Beteiligten eine Bereicherung. Sehr interessant war auch das Teilprojekt „Camera Obscura – Orte des Übersetzens“ unter der Leitung des polnisch-deutschen Fotokünstlers Przemek Zajfert, das eine Reflexion der eigenen Übersetzungstätigkeit ermöglichte und sie mit Fotografie verband. Die dabei entstandenen Lochkamerabilder wurden im Anschluss in einer Ausstellung gezeigt.

Die Zusammenarbeit mit Ulrike Almut Sandig zog sich quer durchs TransStar-Projekt. Ihre Erzählung „Salzwasser“ wurde in alle Projektsprachen übersetzt. Die gemeinsame Übersetzung dieses Textes ins Ukrainische befindet sich ebenfalls in diesem Band. Außerdem entstand eine musikalisch-poetische Installation aus dem Original und all seinen Übersetzungen, die auf CD erhältlich ist. Die Autorin hat das Projekt mit ihren Lesungen begleitet, unter denen die gemeinsame Performance mit Grigory Semenchuk bei der Kiewer Buchmesse „Book Arsenal“ im April 2015 besonders hervorstach.

Auch die teilnehmenden Universitäten erhielten neue Impulse: auf Grundlage der Erfahrungen werden neue Kurse für literarisches Übersetzen ausgearbeitet und die Arbeit in Form von Übersetzungsworkshops und Sommerschulen fortgeführt. Auch hier sind die in den drei TransStar-Jahren entstandenen Kontakte zwischen Wissenschaftlern, Lehrenden und Studenten von großem Wert.

Das gesteckte Ziel wurde also offensichtlich erreicht: Junge Übersetzer erhielten eine gute Ausbildung, wichtige praktische Erfahrungen und erste Veröffentlichungen, verschiedene Kulturgemeinschaften erfuhren mehr über einander und arbeiteten an einem besseren gegenseitigen Verständnis und die Leser in den teilnehmenden Ländern können nun sehr gute und charakterstarke Texte aus anderen Literaturen lesen, die alle eine Variante der globalisierten Welt zeigen, eine auf persönliche Werte aufgebaute Welt, eine Welt, in der Unterschiedliches gleichen Wert hat, in der es unzählige Normen gibt, weil die Texte alles Menschliche als Norm nehmen und das Konzept „Unnormal“ nicht kennen, eine Welt, in der es keine Fremden gibt und alle anders sind.

Übersetzungsworkshop (Sprachgruppe deutsch-slowenisch)

9. 10. 2014

Am 26. September 2014 fanden in Stuttgart die Übersetzungswerkstätten der drei TransStar-Sprachgruppen (ukrainisch-deutsch, deutsch-ukrainisch und deutsch-slowenisch) statt. Die deutsch-slowenische Gruppe traf sich am Freitagvormittag im Literaturhaus Stuttgart. Da unsere Mentorin Amalija Maček diesmal verhindert war, übernahm die anerkannte junge slowenische Übersetzerin Tina Štrancar die Leitung unseres Workshops. Wir haben uns mehrere Texte angeschaut, sie übersetzt und danach darüber diskutiert. Einleitend unterhielten wir uns über die Autorin Judith Hermann, die bereits am Tag zuvor im Literaturhaus eine Lesung gab, und ihre Sammlung „Nichts als Gespenster“, denn eine ihrer Erzählungen, „Ruth (Freundinnen)“, wurde noch von der Ankunft in Stuttgart gewählt und alle slowenische TeilnehmerInnen haben sie gelesen. Im Rahmen der Werkstatt haben wir uns mit dem Übersetzen der ersten drei Seiten beschäftigt. Es kam zu einer regen Diskussion, alle nahmen aktiv an der Debatte teil, wir besprachen übersetzerische Probleme und Strategien und suchten nach den passenden Lösungen. Die Gruppe stellte ihre Übersetzungen vor, so dass man zuerst den deutschen Original und dann noch die slowenische Übersetzung las. Aus allen Übersetzungen entstand letztendlich eine gemeinsame Version. Dabei entfachte sich eine kritische und lebhafte Debatte über Kroatismen, die in der slowenischen Sprache häufig präsent sind, obwohl vor allem die Lektoren versuchen sie aus dem Hochslowenischen zu verbannen. Nach einer Pause sahen sich die TeilnehmerInnen noch den Film an, der nach den Erzählungen aus dem Band von Judith Hermann gedreht wurde. Damit konnte man auch einiges aus der Erzählung, was übersetzt wurde, besser oder eigentlich ganz anders verstehen. Es folgte eine breite Diskussion über Unterschiede zwischen der deutschen und slowenischen Sprache. Wir widmeten uns aber auch noch anderen Themen, wie z. B. der Rolle des Übersetzers in der slowenischen Gesellschaft, den festgelegten Preisen für die Übersetzungen und der Konkurrenz auf dem übersetzerischen „Markt“.

Danach wurde auch noch Poesie übersetzt, und zwar das Gedicht „Die Lösung“ (1953) von Bertolt Brecht. Jeder der TeilnehmerInnen stellte seine eigene Version vor, die man dann mit der bereits publizierten Übersetzung verglich und kommentierte. Es wurde polemisiert, ob man das erste Wort am Anfang der Zeile groß oder klein schreibt. Im Deutschen waren alle Wörter großgeschrieben, ohne Rücksicht auf die Wortart. Normalerweise schreibt man die Wörter in solchen Fällen im Slowenischen klein.

Zum Schluss übersetzten wir noch eine kurze Passage aus dem Roman „Schwager in Bordeaux“ von Yoko Tawada, einer Autorin, die wir beim Netzwerktreffen in Krakau kennengelernt haben. Im Rahmen der Werkstatt, wir haben ungefähr 15 Stunden den Texten und ihrer Übertragung gewidmet, wir haben den Übersetzungsprozess näher kennengelernt und viele neue, gute Hinweise für unsere Arbeit bekommen. Es war sehr schön und spannend.

Einige Fotos finden Sie hier.

von Alenka Lavrin

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Krakau-Eindrücke

4. 2. 2014

Seit unserem Netzwerktreffen in Krakau sind schon zwei Wochen vergangen, trotzdem bleiben die Erinnerungen an diese Tage frisch und wunderschön. Das Erste, was mir aufgefallen ist, war die organisatorische Seite: die Unterkunft in einem erstklassigen Hotel; die ausführliche Information über alle Veranstaltungsorte sowie auch ihre Adressen, Zufahrtmöglichkeiten und Karten; der von einer deutschen (nicht einheimischen!) Praktikantin voller Begeisterung durchgeführte Stadtrundgang und alle schönen Restaurants und Cafés mit dem köstlichen polnischen Essen. Kurz und bündig: die Organisatoren haben ihr Bestes getan, damit wir uns wohl fühlen und den Sinn des in den Programmteilen Gehörten und Gesehenen gut einprägen können.

Und man muss gestehen, dass es in Krakau wirklich viel zu sehen, zu hören, zu erfahren und zu erleben gab. Schon am ersten Tag waren die Veranstaltungen sehr intensiv und informativ. Unter der Moderation der wortgewandten Schamma Schahadat und drei erfahrenen Kulturmanagerinnen haben wir in der „Einführung in das Kulturmanagement“ viele praktische Tipps bekommen, die für uns als zukünftige Übersetzer von großem Nutzen sein können. Wie sollen das Portfolio des Schriftstellers oder das Exposé des Buches aussehen, wie viele Seiten muss die Probeübersetzung  umfassen, nach welchen Kriterien sollen die Übersetzer sich die Verlage oder Literaturagenturen aussuchen und wie man mit denen zusammenarbeiten soll – diese und viele andere Themen sind zum Gegenstand der Besprechung in der tollen Villa Decius geworden. Daraufhin sahen wir uns den modernen polnischen Film „View of Krakow“ an. An der Spitze des ersten Tages stand aber natürlich das Gespräch mit Yoko Tawada und ihren Übersetzerinnen: „Yoko Tawada: Wo Europa anfängt“. Erfahrungsreiche Aussagen der Schriftstellerin über das Leben zwischen zwei Kulturen, atemberaubende Passagen aus den gelesenen Büchern, wahre Übersetzungsprobleme, die zur Diskussion standen – dies und vieles mehr bleibt für immer in meiner Erinnerung.

Der Beginn des zweiten Tages war nicht weniger informationsreich. Aus den drei uns vorgeschlagenen Workshops habe ich zuerst den mit dem provokativen Titel „Der Übersetzer tritt aus dem Schatten heraus, er kommt aus dem Schrank und Keller“ ausgewählt. Und ich habe es nicht bereut, da Iwona Nowacka uns gezeigt hat, dass der Übersetzer nicht immer unsichtbar sein sollte, vielmehr soll er in der Öffentlichkeit auftreten, eigene PR-Strategien einsetzen und der Kurator eigener Ideen werden. Aus eigener Erfahrung hat sie uns diesen komplizierten aber auch sehr abwechslungsreichen und interessanten Weg gezeigt, damit wir dem berühmten Zitat „Übersetzen ist ein Tanz. Ich tanze mit dem Autor, er führt“ wirklich Glauben schenken konnten. Der zweite Workshop jenes Vormittags hieß „Übersetzer und Zeitschriftenverleger im Team“. Der Herausgeber des „Schreibhefts“ Norbert Wehr und die Übersetzerin Alida Bremer unter der Moderation von Schamma Schahadat haben ihre Erfahrungen im Bereich des Kulturmanagements, der Zusammenarbeit zwischen dem Verleger und Übersetzer, der Rolle des Übersetzers als Vermittler zwischen zwei Kulturen ausgetauscht. Es war aufschlussreich ihnen zuzuhören und ihre Erfahrung zur Kenntnis zu nehmen.

Den Nachmittag des zweiten Tages haben wir im Goethe-Institut Krakau verbracht. Nach dem Vortrag eines polnischen Übersetzers über große und kleine Sprachen begann dort etwas wirklich Spannendes stattzufinden. Sowohl das Gespräch zwischen Jurko Prochasko und Dorota Stroińska über die Übersetzung von Goethes „Wahlverwandschaften“ im Rahmen der Werkstatt „Gesucht und gefunden: Literatur live übersetzen“ als auch „Gemogeltes: Dinge, die es anderswo nicht gibt“ haben großes Interesse bei allen Teilnehmern und Organisatoren geweckt. Schade war, dass ich beiden Veranstaltungen nicht beiwohnen konnte. Besonders der letzterwähnte Workshop war populär, weil die Teilnehmer ihn selbst vorbereitet und präsentiert haben. Zu einem Höhepunkt des zweiten Tages ist das Treffen mit Ulrike Almut Sandig geworden, die zusammen mit Marlen Pelny ihre „Dichtung für Freunde der Popmusik“ vorgestellt hat. Schon mit den ersten Tönen ihrer Musik und Gedichte sind wir in die geheimnisvolle Welt der Dichtung der deutschen Schriftstellerin eingetaucht.

Den Vormittag des dritten Tages haben wir sehr interaktiv verbracht, da wir in der Gruppenarbeit „Gutachten für Verlage“ zusammenstellen sollten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben wir zahlreiche Ratschläge von erfahrenen Übersetzerinnen bekommen und einige Beispiele von Gutachten besprochen. Danach begann unsere Arbeit, in meinem Fall, in der deutsch-ukrainischen und ukrainisch-deutschen Gruppe. Ich muss gestehen, dass dieser Teil einer der spannendsten, interessantesten und einfach der besten Teile unseres Netzwerktreffens war. Die Arbeit in unserer Gruppe und das daraus entstandene Gutachten war niveauvoll und hat das Lob unserer Werkstattleiterin Kristina Kallert berechtigt verdient. Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit der Lesung „Neue deutsche Prosa, frisch übersetzt“ zuzuhören. Diese Veranstaltung war vor allem deswegen interessant, weil unsere KollegInnen aus dem Projekt „TransStar Europa“ ihre Übersetzungen vorgelesen und präsentiert haben. Somit konnten sie in der Praxis lernen, wie die kulturvermittelnden Techniken eines Übersetzers bzw. einer Übersetzerin funktionieren. Und die anderen Teilnehmer des Projekts hatten wiederum die Möglichkeit,  Erfahrungen zu sammeln. Den letzten Abend haben wir in einem ungewöhnlichen Café verbracht, wo „Lesung und Gespräch: Sylwia Chutnik „Dzidzia“ mit dem Übersetzerinnentandem Magda Wlostowska und Sofia Zucharska“ stattgefunden hat. Auch dieser Literaturabend mit den zahlreichen für die Zuhörer und Leser komplizierten Themen war ganz spannend und lehrreich.

Abschließend möchte ich sagen, dass unser Netzwerktreffen in Krakau auf  höchstem Niveau verlaufen ist. Solche Treffen geben den ÜbersetzerInnen Mut und Motivation in diesem Bereich weiter zu arbeiten und sich nicht als einen grauen Herrn am Computer (diejenigen, die den Workshop von Iwona Nowacka besucht haben, werden mich verstehen) anzusehen, sondern als ein berechtigtes Mitglied des Tanzes mit einem Schriftsteller.

von Julija Mykytyuk

 

 

 

Gelesenes: Yoko Tawada (Berlin): Wo Europa anfängt

20. 1. 2014

»Übersetzen macht klüger«

Wo Europa anfängt. Lesung und Gespräch mit Yoko Tawada, Ines Hudobec und Magdalena Lewandowska am 16.01.2014 in der Villa Decius in Krakau

Sie sei keine gute Übersetzerin, beteuerte Yoko Tawada bescheiden, dabei wäre sie mit ihren Sprach- und Kulturkompetenzen geradezu prädestiniert dafür, kam die 1960 geborene Schriftstellerin doch als junge Frau mit der transsibirischen Eisenbahn in den Westen, über Russland und Polen, bis sie in Deutschland anlangte. Heute könnte sie neben fremden sogar ihre eigenen Werke ins Japanische respektive ins Deutsche übersetzen, doch scheint sie mehr am Prozess des Über-setzens als Zustand des „Dazwischen“ interessiert. Dieser Prozess scheint geistige Kräfte zu aktivieren (Y.T.: »Übersetzen macht einen klüger. Der Mensch kann über alles besser nachdenken.«). Tawada übersetzte nach eigenen Angaben einen deutschen Text ins Japanische, um im Japanischen einen neuen Stil zu entwickeln. Ausserdem schreibt sie häufig über Ereignisse, die in Deutschland passieren, auf Japanisch und vice versa. Über sehr intime Personen wie ihre Eltern schreibt Tawada ausnahmslos auf Deutsch, das helfe ihr, die nötige Distanz zu schaffen. Sie macht sich als Autorin die Unterschiede zwischen den Sprachen zu Nutze und praktiziert das Übersetzen als Mittel der Verfremdung.

Aus einem Text werden durch Übersetzung mehrere Texte. Der Germanist Paweł Zarychta, Moderator der Diskussion, versuchte, Tawada auf das Thema Europa zurückzubringen (wohl ein Zugeständnis, die Veranstaltung inhaltlich an die auch finanzielle Mutter Europa zurückzubinden), doch ihre Texte wie ihr Sprechen verweigern sich pauschalen Aussagen. Wo es keinen Osten gibt wie in Japan, erübrigen sich unsere kleinteiligen Grenzen zwischen ganzem, mittlerem und jedem anderen möglichen Osten. Dennoch formuliert sie klar: “Europa ist ein Projekt”. Es reflektiere sich ständig selbst, man könne daher nicht aufhören, darüber nachzudenken. Es trägt sein steinernes Gedächtnis immer mit sich herum.

Auch Yoko Tawadas Übersetzerinnen ins Kroatische und Polnische, Ines Hudobec und Magdalena Lewandowska, weichen den Fragen nach Europa aus, als wäre auch Europa nur eine weitere “Halluzi-nation” (Tawada). Stattdessen: ein freies Gespräch zur Überfahrt von Gedanken auf den vielverzweigten Flüssen zwischen den Sprachen. Geschichtsschreibung findet hier in Märchen statt, wer die Matrjoschka wie eine Zwiebel schält, wird auf eine japanische Totenpuppe stossen. Die Gedanken kehren zurück in den Osten; dieser ist keine definierte Richtung, sondern ein Denkversuch.

“Frau Yoko” – “pani Yoko” – sagt die polnische Dolmetscherin. Wie ehrwürdig eine solche Anrede im Slavischen wird! Schade, dass von diesen Sprachwirren und -wirbeln nicht noch mehr zu hören war. Dabei hatte Yoko Tawada es selbst in jedem Satz mit formuliert: Pflegt die Differenzen! Lobt die schwarzen Löcher der Sprache!

Franziska Mazi und Martin Mutschler (Hamburg/Basel)

Hier finden Sie einige Fotos. Besuchen Sie auch unsere FB-Seite und schauen Sie sich auch ein Video an.

 

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Newsletter TransStar Europa 01/2014

31. 12. 2013

Übersetzungswürfel und mehr: Das Projekt TransStar Europa im  neuen Jahrtransstar Logo

Übersetzungswürfel – Literarisches Übersetzen als Kunst

TransStar Europa hat das Projekt Übersetzungswürfel – sechs Seiten europäischer Literatur und Übersetzung ins Leben gerufen, das die Kunst des literarischen Übersetzens in den Blick nimmt und einem breiten Publikum präsentiert. Von Januar 2014 bis Herbst 2015 finden in Krakau, Stuttgart, Ljubljana, Tübingen, Prag und Berlin sechs mehrtägige Veranstaltungsreihen rund um die Kunst des literarischen Übersetzens statt.

Zum Auftakt rollt der Übersetzungswürfel nach Krakau. Vom 16. bis 18. Januar finden an verschiedenen Orten in Krakau Lesungen, Diskussionen und Präsentationen zum literarischen Übersetzen statt.

Am 16. Januar macht sich Yoko Tawada (Berlin) in der Veranstaltung Wo Europa anfängt mit ihren Übersetzerinnen Ines Hudobec (Kroatisch), Magdalena Lewandowska (Polnisch) und Olha Krawtschuk (Ukrainisch) auf den Weg durch Europa und Japan und zeigt, wie Ideen, Sprachen und Texte aus Kulturen erwachsen und mit ihnen verwachsen.

Am 17. Januar findet im Goethe-Institut Krakau ein Nachmittag rund um das literarische Übersetzen statt. Ryszard Wojnakowski (Krakau) spricht über die Asymmetrien beim Übersetzen in große und kleine Sprachen, Übersetzerinnen und Übersetzer aus dem EU-Projekt TransStar Europa zeigen und kommentieren für das Publikum Dinge, die es anderswo nicht gibt. Jurko Prochasko (Lwiw), literarischer Übersetzer aus dem Deutschen ins Ukrainische, und Dorota Stroińska (Berlin), literarische Übersetzerin ins Polnische, übersetzen mit dem Publikum gemeinsam Goethes Wahlverwandtschaften und demonstrieren den Prozess vom Lesen des ersten Satzes über die Suche nach brauchbaren Formulierungen bis hin zur fertigen Textpassage. Am Abend spielen und rezitieren Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny (beide Berlin) im Małopolski Ogród Sztuki Dichtung für Freunde der Popmusik.

Neue deutsche Prosa in polnischer Übersetzung wird am Samstag, den 18. Januar, von den TransStar-Übersetzern und –Übersetzerinnen im Café Czuły Barbarzyńca vorgetragen. Zu Gehör kommen Texte von Peter Licht, Zsuzsanna Gahse, Jenny Erpenbeck und Svenja Leiber. Am Abend liest Sylwia Chutnik (Warschau) aus ihrem Roman Dzidzia und diskutiert mit ihren Übersetzerinnen Magda Wlostowska und Zofia Sucharska.

Das genaue Programm des Krakauer Übersetzungswürfels finden Sie hier.

Das Projekt Übersetzungswürfel – sechs Seiten europäischer Literatur und Übersetzung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Programm für lebenslanges Lernen der Europäischen Union und der Robert Bosch Stiftung.

Netzwerktreffen TransStar Januar 2014

Zeitgleich zum „Übersetzungswürfel“ findet in Krakau das erste Netzwerktreffen des EU-Projekts „TransStar Europa“ statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Grundlagenschulung im europäischen Kulturmanagement. Auf dem Programm stehen eine Einführung in das Kulturmanagement von Antje Contius (Berlin), Amalija Maček (Ljubljana) und Alida Bremer (Münster), ein Workshop zur Literaturvermittlung mit Renata Serednicka (Krakau), ein Workshop zur Zusammenarbeit von Verleger und Übersetzer mit Norbert Wehr (Köln) und Alida Bremer (Münster), eine Werkstatt zur Rolle des Übersetzers im Literaturmarkt mit Iwona Nowacka (Krakau) und eine Gruppenarbeit zur Erarbeitung von Verlagsgutachten unter der Leitung von Kristina Kallert (Regensburg), Daniela Kocmut (Graz) und Claudia Dathe (Tübingen).

Publikationen

Im Novemberheft der Zeitschrift LICHTUNGEN sind die aktuellen Übersetzungen aus dem TransStar-Projekt zu lesen. Magdalena Becher präsentiert ihre Übersetzung der Erzählung Emil des tschechischen Autors Jan Balabán. In Sommerliches Kriegstagebuch zeigt der kroatische Autor Vladimir Stojsavljević die Tristesse Zagrebs im Jahr 1991. Übersetzt wurde der Auszug von Evelyn Sturl. Mit der jüngeren Geschichte des Balkans setzt sich ebenfalls der Roman Jugoslawien, mein Land des slowenischen Autors Goran Vojnović auseinander, dessen Auszug für Lichtungen von Franziska Mazi übersetzt wurde. Marlena Breuer stellt den phantasmagorischen Roman Bestiarium des polnischen Autors Tomasz Różycki in ihrer Übersetzung vor. Der Essay Levels of Lviv von Jurij Izdryk (Ukraine), übersetzt von Constanze Aka, führt den Leser ins ostgalizische Lemberg, das von einer fortschreitenden Epidemie vollkommen entstellt ist.

Übersetzer des Monats

Im Januar 2014 lesen Sie auf der Internetseite von TransStar ein Porträt des slowenischen Übersetzers Janez Gradišnik. Den Artikel finden Sie unter der Rubrik Übersetzer des Monats.

Literaturhaus Stuttgart – unser neuer TransStar-Partner

Mit dem Beginn des neuen Jahres übernimmt unsere Kooperationspartnerin Dr. Stefanie Stegmann die Leitung des Literaturhauses Stuttgart. Dazu gratulieren wir ihr herzlich.

Mit ihrem Wechsel bekommt das Projekt TransStar Europa einen neuen Kooperationspartner. Das Literaturhaus Stuttgart ersetzt ab Januar das Literaturbüro Freiburg und wird im Herbst 2014 die nächsten Übersetzungswerkstätten ausrichten und zweite Station des Übersetzungswürfels sein.

Die Übersetzerinnen und Übersetzer aus LICHTUNGEN

Magdalena Becher

Magdalena Becher (*1982) studierte Politikwissenschaft und Bohemistik in Regensburg und Brünn. Nach Praktika im Kontaktbüro der Brücke/Most-Stiftung in Prag und dem Konsulat der Tschechischen Republik in Düsseldorf arbeitet sie seit Januar 2012 als Programmkoordinatorin im Tschechischen Zentrum Düsseldorf und organisiert  Veranstaltungen in verschiedenen Kultursparten (Film, Literatur, Musik, Theater etc) mit einem Bezug zu Tschechien.

Evelyn Sturl

Evelyn Sturl (*1991) studiert in Graz. Nach dem Bachelorstudium „Transkulturelle Kommunikation“ setzte sie die intensive Auseinandersetzung mit Sprachen und Kulturen im Masterstudium „Übersetzen“ in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und in Italienisch fort.  Aus anfänglicher, reiner Neugier für den südosteuropäischen Raum wurde eifriges Interesse, woraus im Weiteren eine regelrechte Liebe zum „Serbokroatischen“ entstand. Durch mehrmalige Aufenthalte in Serbien, Kroatien und Bosnien sowie durch einschlägige Praktika, wie etwa der Mitarbeit am Austrijski Institut in Belgrad, wuchs unter anderem ihre Begeisterung für die Literatur der ex-jugoslawischen Länder.

Franziska Mazi

Franziska Mazi studierte Slawistik und Anglistik an der Universität Basel mit dem Schwerpunkt Südslawistik und absolvierte Auslandstudiensemester in St. Petersburg und Split. Seit 2013 schreibt sie für eine Kulturzeitschrift in Basel und geht kleineren Übersetzungstätigkeiten ins Deutsche und Englische nach. Seit April 2013 ist sie Mitglied der TransStar-Übersetzungsgruppe Slowenisch-Deutsch unter der Leitung von Daniela Kocmut. Ihr derzeitiges Übersetzungsprojekt ist der Roman von Goran Vojnović Jugoslavija, moja dežela, 2012.

Constanze Aka

Constanze Aka studiert Osteuropastudien mit der Fächerkombination Kultur und Geschichte an der Freien Universität Berlin. Zuvor absolvierte sie ihren Bachelor in European Studies an der Universität Passau und machte einen Abstecher in die Welt der Kultur- und Bildungsprojektorganisation. Sie verbrachte zwei Semester als Studentin und Freiwillige an der Ukrainischen Katholischen Universität in Lviv und befindet sich viel auf Reisen, am liebsten in Brasilien, Polen, Russland und der Ukraine.

Marlena Breuer

Marlena Breuer (*1985) absolvierte nach dem Abitur eine Schreinerlehre und arbeitete als Instrumentenbauerin. Seit 2009 studiert sie Slavistik an der Uni Tübingen. Im Laufe des Studiums entdeckte sie im Rahmen des Projektes Textabdrücke – literarisches Übersetzen an der Uni Tübingen ihre Leidenschaft fürs Übersetzen literarischer Texte, erst aus dem Russischen, später aus dem Polnischen. Im Herbst 2012 kam in diesem Rahmen unter der Leitung von Andreas Tretner die Übersetzung eines Märchens, Der gefräßige Schuh von Alexej Tolstoj zustande, das noch auf seine Veröffentlichung wartet.

Weitere Informationen zum Projekt fortlaufend unter: www.transstar-europa.com oder auf unserer Facebookseite Transstar-Europa.

Der Newsletter in der jeweiligen Landesprachen ist als Download abrufbar:

Slowenisch
Polnisch
Ukrainisch
Tschechisch
Kroatisch

logo_euGefördert vom
Programm für lebenslanges Lernen
der Europäischen Union

Künstler und Autoren

18. 12. 2013

PRAG, Juni 2015

Das Netzwerktreffen im Jahr 2015 findet vom 4. bis um 7. Juni in Prag statt. Hier geht es zum Programm.


Jindrich MannJindřich Mann

In Prag und Berlin lebender Filmemacher und Autor, der v.a. durch seinen Roman Prag, roste restante ein positives Echo der literarischen Öffentlichkeit erregte. Geboren wurde Mann 1948 in Prag als Enkelsohn Heinrich Manns. Seine Mutter Leonie war die einzige Tochter von Heinrich und Maria “Mimi” Mann; Jindrichs Vater war der in der Tschechoslowakei erfolgreiche Schriftsteller Ludvik Aškenazy. 1968, nach der gewaltsamen Niederschlagung des „Prager Frühlings“, emigrierte Jindrich Mann mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder Ludvik nach Westeuropa und konnte erst nach der europäischen Wende 1989 wieder in seine Heimatstadt zurückkehren.

Jan FaktorJan Faktor

Geboren 1951 in Prag, in den 1970er Jahren in der Hohen Tatra als Hochgebirgsträger und wieder in Prag als EDV-Spezialist, zog er 1978 zu seiner Frau nach Ostberlin. Dort betätigte er sich literarisch, zunächst hauptsächlich mit experimentellen Texten. Seit 1991 widmet er sich ausschließlich der Literatur, veröffentlichte vier Poesiebände und ab Mitte der 90er Jahre auch Prosa. Sein erster Roman wurde niemals veröffentlicht; das Manuskript seines zweiten Romans Schornstein wurde 2005 mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet. Der Roman Georgs Sorgen um die Vergangenheit erschien auf Deutsch 2010 und traf auf positives Echo, sowohl bei den Lesern als auch auf Seiten der Literaturkritiker. Er wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und gelangte auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Noch im selben Jahr wurde Jan Faktor für sein bisheriges Gesamtwerk mit dem Candide-Preis gewürdigt.

Zsuzsanna GahseZsuzsanna Gahse
Geboren 1946 in Budapest, das Ungarische war ihre Muttersprache. Nach der Niederschlagung des Ungarnaufstands 1956 floh ihre Familie nach Wien; sie lebte lange in Stuttgart, heute in Müllheim.  Ab 1969 veröffentlicht sie ihre ersten literarischen Texte, seit Ende der 1970er Jahre übersetzt sie aus dem Ungarischen. 2010 wurde ihr der Johannes-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung verliehen, ein Jahr später wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.

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Wunder Bar Band

Fusion-Septett (Gitarre, Saxophon/Flöte, Bass, Drums, Streicher) mediale Aufmerksamkeit und ein positives Echo seitens der Musiköffentlichkeit wie auch der Kritik. Hermann Hesse in eine andere mediale Form übersetzt: Jazz-rock-gestimmte Musikkompositionen und zusammengestellte Textcollagen stellen eine eigenartige Interpretation des ewigen Streits zwischen Geist und Trieb dar.


werkstattleiter_radovan_charvatRadovan Charvát

Nach dem Studium an der Technischen Hochschule in Prag (beendet 1972) als Mathematiker im Rechenzentrum in Prag (bis 1984) tätig, danach freier Übersetzer und Publizist. 1987 ein Jahr in Afrika. 1989–90 Studium der Germanistik, Anglistik und Amerikanistik an der J.-W.-Goethe Universität in Frankfurt am Main (literarische Theorie, deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Slang im amerikanischen Englisch). Nach 1989 freier literarischer Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen ins Tschechische. Geschieden, ein Kind Jan (*1985).
Übersetzung von Drehbüchern ins Deutsche, Simultanübersetzungen von Fernseh- und Spielfilmen, Zeitungsartikel (Literární noviny, Lidové noviny). Zusammenarbeit mit: Österreichischem Kulturforum Prag, ARD-Studio Prag, Goethe-Institut Prag (Lesungen), Suhrkamp Verlag Frankfurt, Hanser Verlag München, Aufbau Verlag Berlin, und Volvox Globator, Prostor, Paseka, Opus und Argo (alles Prag).

Miloslav Man DE-TSCHMiloslav Man

Er wurde 1979 in Písek geboren. Sein Name Miloslav, kurz Míla, bedeutet lieb, ruhig. Er hat Deutsch und Geschichte an der Pädagogischen Fakultät der Südböhmischen Universität in Budweis studiert. Seit 2006 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau im Projekt “Geschichtsbausteine Bayern – Böhmen” und bemüht sich dort, Schülerinnen und Schülern aus der bayerisch-böhmischen Grenzregion Kenntnisse über die Geschichte und Kultur des jeweiligen Nachbarlandes zu vermitteln. Außerdem ist er als Koordinator der tschechischen und deutschen Sprachanimateur/-innen bei Tandem sowie als gelegentlicher Stadtführer und pädagogischer Mitarbeiter bei Pragkontakt tätig. Im Jahre 2012 hat er sich maßgeblich an der Entstehung der Dauerausstellung über die Prager deutschsprachige Literatur im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren beteiligt. Er liebt Indien, Prag, Psytrance, Wasser, spannende Bücher und viele andere Dinge.

Drachuk Olga-Daryna DE-UKROlha Drachuk

Olga-Daryna Drachuk, geboren 1989 in Vinnyzia, Ukraine. Studierte Pädagogik und Germanistik an der Nationalen Ivan-Franko-Universität Lviv. Seit 2013 ist sie Stipendiatin der DAAD-Stiftung an der Fachhochschule Köln und studiert dort Soziale Arbeit mit den Schwerpunkten Internationale Jugendarbeit, Kulturelle Jugendbildung und Theaterpädagogik. Sie interessiert sich derzeit für die ästhetische Raumforschung, Fotografie, Gesang, Aktionskunst, Performance und Installation. Freie Übersetzerin und Performerin.

Karolina Matuszewska DE-POLKarolina Matuszewska

Karolina Matuszewska, geb. 1988. Doktorandin am Lehrstuhl für Literatur und Kultur Österreichs und der Schweiz 8Universität Szczecin), Romanistikstudentin. Ihre Interessengebiete sind deutschsprachige Gegenwartsliteratur, das Werk von Paul Scheerbart und Urs Widmer. Teilnahme an deutsch-polnischen Projekten zur Oral History und an Wettbewerben im Bereich Literatur und literarischer Übersetzung.

Anna Koubova DE-TSCHAnna Koubová

Anna Koubová, geboren 1990 in Prag, Studium der Bohemistik, Übersetzungs- und Sprachwissenschaft in Prag, Paris und Berlin. Arbeitet seit einigen Jahren als Dolmetscherin und Deutsch- und Tschechischlektorin, derzeit in München. Unternimmt gerade erste Schritte im Übersetzungsabenteuer. Ehrenamtlich engagiert im Deutsch-tschechischen Jugendforum und im Literaturmagazin „Plav“. Begeistert für Kommunikation zwischen Menschen sowie Kulturen, für Sprachen, Literatur und Natur.

MIchaela Otterova DE-TSCHMichaela Otterová

Michaela Otterová (geb. 1977 in Vsetín, in Tschechien) studierte Französisch und Germanistik an der Karls-Universität Prag. Zwei Semester verbrachte sie an der Universität Leipzig und war DAAD-Stipendiatin in Freiburg im Breisgau. Momentan arbeitet sie als Sprachlehrerin an einem Prager Gymnasium. Sie schreibt Buchkritiken für literarische Zeitschriften und übersetzt geisteswissenschaftliche Texte, z.B. den Begleitband zur Ausstellung Praha-Prag 1900-1945/Literaturstadt zweier Sprachen, vieler Mittler. Im Jahre 2011 bereitete sie für den tschechischen Rundfunk (ČRO3-Vltava) eine Reihe über Rilke vor. Für die Übersetzung der Gedichte aus Rilkes Nachlass bekam sie eine Auszeichnung beim Jiří-Levý-Wettewerb für junge Übersetzer.

SONY DSCPetra Grycová

Petra Grycová wurde 1987 in Prag geboren und absolvierte da an der Karls-Universität das Studium der Germanistik und Ukrainistik. Unvollendet blieb das Studium der Polonistik und Linguistik-Phonetik, wovon aber zumindest das Wichtigste übrigblieb: Das Interesse am Polnischen und an der Sprachwissenschaft. Interessante Bücher hat sie schon immer gerne gelesen, Sprachen lernen und neue Kulturen entdecken ist ihr ein Vergnügen. Und sie liebt (das) Theater – selber spielen sowie schauen  – und widmet diesem Hobby viel von ihrer Freizeit. Sie wohnt in Münster, wo sie an der WWU Münster über die nationalen Standardvarietäten des Deutschen promoviert (und immer neue und neue Gewährspersonen sucht) und außerdem eine theaterpädagogische Ausbildung macht.

Alzbeta_Pestova DE-TSCHAlžběta Peštová

Nach dem Bakstudium der deutschen und englischen Wirtschaftssprache absolvierte sie das Studium der Germanistik an der Palacký-Universität in Olmütz, wo sie seit 2010 am Doktorandenstudiengang deutsche Literatur teilnimmt. Der Schwerpunkt ihrer Forschung stellt die mährische Literatur um 1900 dar. Sie ist Mitarbeiterin der Olmützer Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur, seit 2012 Stipendiatin des Vladimir-Admoni-Programms des DAAD. Sie leitet die Österreich-Bibliothek in Olmütz.

Katka Ringesova TSCH-DEKatka Ringesová

Katka Ringesová, geboren 1980 in Planá, hat in Pilsen und Regensburg studiert und gearbeitet, bis es sie 2011 nach Berlin verschlagen hat. Dort kümmert sie sich um Übersetzungen und einsame Herzen in der Online-Branche und unterrichtet Kinder aus deutsch-tschechischen Familien (Mateřídouška e. V.). Das Übersetzen ermöglicht ihr, wunderschöne Bilder in scheinbar einfachen Texten zu entdecken und durch die Arbeit mit Sprache zum eigenen Ausdruck zu finden. Der erste Schritt der Entdeckungsreise ist bereits getan (Übersetzung von František Langers Mein Bruder Jiří), weitere folgen.

Magdalena Becher TSCH-DEMagdalena Becher

Geboren 1982 in Dachau. Studium der Politikwissenschaft und Bohemistik in Regensburg und Brünn. Nach Praktika im Kontaktbüro der Brücke/Most-Stiftung in Prag und dem Konsulat der Tschechischen Republik in Düsseldorf, arbeitet sie seit Januar 2012 als Programmkoordinatorin im Tschechischen Zentrum Düsseldorf, versucht in NRW die Tschechien-interessierte Community zu mobilisieren und dieser die tschechische Kultur näherzubringen, und zwar hauptsächlich durch die Organisation von Veranstaltungen in verschiedenen Kultursparten (Film, Literatur, Musik, Theater etc).

Martin Mutschler TSCH-DE (Foto Tobias Bader)Martin Mutschler

Martin Mutschler, 1986 in Stuttgart geboren, hat Romanistik, Slavistik und Kunstgeschichte in Tübingen und Prag studiert und arbeitet am Theater, schreibt über Kultur und übersetzt. Im Winter 2011/12 war er Praktikant bei der Europäischen Kulturhauptstadt 2015 in Pilsen, in den folgenden Jahren im Vorstand der GFPS-CZ tätig. Seit 2013 studiert er Musiktheaterregie in Hamburg. Und sonst? Es interessiert ihn alles um die Kultur und in der Kultur. Wichtig ist ihm Musik, vielleicht rührt daher die Vorliebe für Lyrik oder die Sprachwelt eines Bohumil Hrabal.

Daniela Pusch TSCH-DEDaniela Pusch

Geboren in der Tschechoslowakei, aufgewachsen in Deutschland. Schulbesuch in Leverkusen, Studium der Slawistik und der Medienwissenschaft in Marburg, Moskau und Brünn. Seit 2004 lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf. Neben dem Übersetzen arbeitet sie als Stadtführerin, unterrichtet Sprachen und liest ehrenamtlich Kindern vor. Sie beschäftigt sich zurzeit mit den Texten von Alena Zemančíková (Veröffentlichungen in LICHTUNGEN, Sudetenland). 2014 gewann sie den Bohumil Hrabal-Wettbewerb für junge Übersetzer der Tschechischen Zentren mit ihrer Übertragung der Hrabal-ErzählungEin Perlchen am Grund (Perlička ne dně).

Martina LISA TSCH-DEMartina Lisa

Geboren und aufgewachsen in der Tschechoslowakei, studierte Geschichte und Deutsch als Fremdsprache an der Uni Leipzig. Durch zahlreiche Reisen und längere Arbeitsaufenthalte als DaF- Lektorin in vor allem östlichen Ländern (Aserbaidschan, Russland, Tadschikistan) und durch die Sozialisierung in Tschechien und Deutschland gehört das Sich-Bewegen und Vermitteln zwischen verschiedenen Kulturen zu  den festen Grundsteinen auf ihrem Lebensweg.  Seit ihrem Studium übersetzt sie regelmäßig, hauptsächlich geisteswissenschaftliche Texte, ins Deutsche. In ihrem letzten Projekt editierte und übersetzte sie (zusammen mit Anna Ohlidal) eine Chronik aus dem 17. Jahrhundert aus dem Alttschechischen ins Deutsche. Durch das Übersetzen von Literatur möchte sie zwei Welten verbinden: die ihrer Wurzeln, und die, in der sie lebt. Ihre neuesten Literaturentdeckungen sind: Jakuba Katalpas „Němci“, Jiří Hájíčeks „Rybí krev“ Hana Androníkovás „Zvuk slunečních hodin“ und die Gedichte von Ondřej Buddeus.

 

TÜBINGEN, Mai 2015

AndruchowytschJuri Andruchowytsch, ukrainischer Schriftsteller, 1960 in Stanislaw (heute Iwano-Frankiwsk) geboren. 1985 hat Andruchowytsch zusammen mit seinen Freunden Oleksander Irwanets und Viktor Neborak die heute schon legendäre literarische Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu gegründet. Bis heute hat er fünf Gedichtbände sowie fünf Romane veröffentlicht. Außerdem schreibt Andruchowytsch die literarischen Essays und übersetzt aus der deutschen, polnischen, russischen und englischen Sprache. Im Jahre 2000 publizierte er in Polen zusammen mit dem polnischen Schriftsteller Andrzej Stasiuk den Band „Mein Europa“ (deutsche Ausgabe: edition suhrkamp, 2004). 2005 ist beim Suhrkamp Verlag sein Roman „Zwölf Ringe“ erschienen, 2006 –  „Moscoviada“, 2008 – „Geheimnis“ und 2011 – „Perversion“.
Herder-Preis der Alfred Toepfer Stiftung, Hamburg (2001), spezieller Erich-Maria Remarque Friedenspreis der Stadt Osnabrück (2005), Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2006), Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken (2014).

Lubomir Martinek WEBLubomír Martinek wurde 1954 in Böhmisch Budweis geboren und lebte bis 1979 in Prag. Danach floh er nach Paris und lebte dort als politischer Flüchtling im Exil. Seit 1989 lebt er abwechselnd in Prag. Paris und Indonesien. Seit 1993 hat er die französische Staatsbürgerschaft inne. Er ging verschiedenen praktischen Tätigkeiten nach, das Schreiben und Reisen gehören dauerhaft zu seinem Leben. In seinen Werken, zumeist Essays, lotet er die Möglichkeiten und Grenzen von Form und Inhalt aus. Thematisch befasst er sich vor allem mit Fragen des menschlichen Daseins, der Identität und Kommunikation. Sein Œvre umfasst mehr als zwanzig Bücher, von denen einige ins Englische, Deutsche, Französische, Polnische und Schwedische übersetzt sind.

pressefoto-mohafez-WEBSudabeh Mohafez lebte in Teheran, Berlin und Lissabon und ist seit einigen Jahren in Baden-Württemberg heimisch. Nach einem Studium der Musik, Anglistik und Erziehungswissenschaften, arbeitete sie viele Jahre lang im Bereich der Gewaltprävention und Krisenintervention. Ihr schriftstellerisches Werk wurde mit zahlreichen Literaturstipendien und Preisen, sowie einer Poetikdozentur an der Hochschule RheinMain ausgezeichnet.
Nach vom Deutschen Literaturfonds und dem DAAD geförderten Aufenthalten in 2012, 2013 und 2014 als Writer in Residence an der Queen Mary University of London und der University of Nottingham, legt sie in 2015 ein Klausur-Schreibjahr in Ihrem Haus im Schwäbischen Wald ein, wo es sich mindestens ebenso wunderbar schreiben lässt, wie in den großen (und kleinen) Städten dieser Welt. Hier arbeitet sie an ihrem neuen Roman und an einem Lyrikprojekt, während gleichzeitig zwei Theaterstücke für die Regisseure Boglarka Raiser und Wilfried Alt entstehen.

DSC_0012 Zemanikova WEBAlena Zemančikova wurde 1955 geboren und studierte Dramaturgie an der Akademie der Künste in Prag. Sie arbeitete als Dramaturgin in Cheb (Westböhmen). Seit 1997 ist sie für den Kultursender der tschechischen Radios tätig. Sie ist aktiv in der deutsch-tschechischen Theaterarbeit und arbeitet als Korrespondentin für mehrere Onlinejournale. Bislang hat sie drei Erzählbände veröffentlicht. Im EU-Projekt TransStar Europa wurde sie mit mehreren Texten von Daniela Pusch übersetzt.

Boris Dežulović wurde 1964 geboren und studierte Kunstgeschichte an der Universität Split. Er arbeitete als Illustrator, Comiczeichner, Grafikdesigner und Journalist für die Zeitungen Nedjeljna Dalmacija und Slobodna Dalmacija. Er ist einer der drei Gründer der Wochenzeitung Feral Tribune, in der er lange als Herausgeber und Autor tätig war. Seit 2000 ist er ständiger Kolumnist verschiedener Zeitungen. Er veröffentlichte Romane und politisch-satirische Gedichte; in deutscher Übersetzung sind 2008 Gedichte aus Lora, Drava Verlag Klagenfurt und die Erzählung Die Bakterie in der Anthologie Kein Gott in Susedgrad. Neue Literatur aus Kroatien, Schöffling & Co, Hrsg. Nenad Popović, Frankfurt am Main, erschienen.

action-und-drama_WEBAction und Drama ist junges Improvisationstheater aus Leipzig. Das Ensemble löst sich von der langen Tradition des Slapstick-Comedy seines Metiers und strebt hin zu mehr Tiefe in Szenen und Charakteren. Auf diese Weise entsteht aus den Einwürfen des Publikums und dem Assoziationsspiel der Schauspieler ein komplettes Theaterstück, ohne dass irgendwer vorher weiß, wie es aussieht. Ein Abend im Zeichen der Spontanität, der genauso sehr aufs Herz zielt wie auf die Lachmuskeln.

Ilma Rakusa WEBIlma Rakusa studierte Slawistik und Romanistik und lebt als Schriftstellerin, Publizistin und Übersetzerin (aus dem Russischen, Serbokroatischen, Ungarischen und Französischen) in Zürich. Sie erhielt u.a. den Petrarca-Übersetzerpreis, den Adelbert-von-Chamisso-Preis und für ihre Erinnerungspassagen “Mehr Meer” den Schweizer Buchpreis 2009. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
www.ilmarakusa.info

uljana-wolf Copyright Timm Kolln WEBFoto © Timm Kolln
Uljana Wolf
, Lyrikerin und Übersetzerin, veröffentlichte vier Gedichtbände, zuletzt meine schönste lengevitch (kookbooks 2013). Wolf übersetzt aus dem Englischen (John Ashbery, Yoko Ono, Matthea Harvey, Cole Swensen, Erín Moure) und u.a. aus dem Polnischen. 2015 erscheint ihre Auswahl-Übersetzung der Gedichte von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki (Tumor Linguae, Edition Korrespondenzen, gemeinsam mit Michael Zgodzay). Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis und dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. Wolf unterrichtet Seminare zu Übersetzung und Poesie am Pratt Institute in Brooklyn, der Humboldt-Universität Berlin und dem Institut für Sprachkunst in Wien.

Elke Erb WEBElke Erb (Foto © gezett.de)
Geb. 1938 in Scherbach (Eifel), Übersiedlung in die DDR (Halle). 1958/59 Landarbeit, 1963 Lehrerexamen, 1963/65 Verlagsarbeit, ab 1966 freiberuflich. Übersetzungen (vor allem aus dem Russischen) und Herausgaben, eigene Texte: Kurzprosa, Lyrik.
Zuletzt (bei Urs Engeler:, “Sonanz”, 2008; “Meins”. Roughbook 006, 2010; “Das Hündle kam weiter auf drein”; Roughbook 028, 2013; Roughbook “Sonnenklar”, 2015.

Leupold WEBDagmar Leupold, geboren 1955, studierte in Marburg, Tübingen und New York Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft. Promotion (phD) 1993 an der Graduate School der City University of New York.
Seit 1985 freie Schriftstellerin; seitdem zahlreiche literarische Veröffentlichungen: Gedichtbände, kurze Prosa und Romane. U.a. „Eden Plaza“ (2002), „Nach den Kriegen“ (2004), „Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal“ (2009).
Zuletzt, 2013, den Roman  „Unter der Hand“ (Jung und Jung).
Auszeichnungen u.a. Aspekte-Preis für das beste Prosa-Debüt (1992) und zuletzt den Tukan-Preis der Stadt München.
Dagmar Leupold leitet seit 2004 das „Studio Literatur und Theater“ der Universität Tübingen.

Daniela Pusch TSCH-DEDaniela Pusch wurde 1978 in Karlovy Vary in der Tschechoslowakei geboren und wuchs in Deutschland auf. Studium der Slawistik und der Medienwissenschaft in Marburg, Moskau und Brünn. Seit 2004 lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf. Sie arbeitet sie als Stadtführerin, unterrichtet Sprachen und liest ehrenamtlich Kindern fremdsprachige Geschichten vor. Kinder, Sprache und Literatur sind für sie drei wichtige Themen, die sie oft miteinander kombiniert. Mit dem Übersetzen beschäftigt sie sich immer wieder seit Ende ihres Studiums, dabei haben es ihr unter anderem Michal Ajvaz und Ota Hofman angetan.

 Maja Konstantinovic KRO-DEMaja Konstantinović wurde 1989 in Vukovar geboren. 1993 Flucht nach Bruchköbel, Hessen. Nach erfolgreichem Bachelorstudium in Slavistik und Politikwissenschaft in Tübingen studiert sie den Masterstudiengang Literatur- und Kulturtheorie. 2008 war sie Teilnehmerin bei „Translators in Residence“, einem Projekt  des slavischen Seminars der Universität Tübingen. 2009 sammelte sie erste Erfahrungen beim Übersetzen durch die Übertitelung des Thaterstücks „Sieben Tage in Zagreb“ von Tena Štivičić, das im Rahmen des Theaterprojekts „Orient-Express“ am Staatstheater Stuttgart aufgeführt wurde. Momentan ist sie Organisatorin einer  Podiumsdiskussion, die transkulturelle Fragestellungen zum Thema „Versprachlichung von Kultur als Übersetzungsprozess“ erörtert.

Bojana Bajic DE-KROBojana Bajić studierte Anglistik und Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Rijeka. Längere Studienaufenthalte in Berlin als Stipendiatin der Copernicus-Stiftung (Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin) und der vom DAAD geförderten Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen dem Institut für deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin und der Abteilung für Germanistik an der Philosophischen Fakultät in Rijeka (Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin an der Freien Universität zu Berlin). An den vom Institut für Translationswissenschaft der Universität Graz veranstalteten Sommerkollegs „Literarisches Übersetzen“ sammelte sie erste Erfahrungen in der Übersetzung von literarischen Texten. Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Arbeit mit Fremdsprachen (Untertitelung, Verlagsredaktion, Fremdsprachenunterricht). Momentan arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin.

Anna Hodel KRO-DEAnna Hodel wurde 1982 geboren und studierte Slavistik, Russistik und Osteuropäische Geschichte an den Universitäten Basel, St. Petersburg und Zagreb. Sie unterrichtet Russisch am Sprachenzentrum der Universität Basel und arbeitet am Slavischen Seminar Basel als wissenschaftliche Mitarbeiterin, wo sie ein Dissertationsprojekt zur südslavischen Romantik verfolgt. Anna Hodel hat schon zahlreiche Veranstaltungen zwischen Literatur und Politik betreut und organsiert.

 
Vivian_Kellenberger KRO-DE
Vivian Alida Kellenberger
  wurde 1978 geboren und studierte Slavistik und Osteuropastudien an den Universitäten Fribourg, Bern, Moskau (RGGU) und Zagreb. Sie übersetzte für die Delegationen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Serbien und war mehrere Jahre als Übersetzerin für die Botschaft der Republik Kroatien in Bern tätig.
Sie unterrichtet seit 2009 Kroatisch an privaten Sprachschulen in Zürich und Bern und arbeitet seit 2011 am Institut für slavische Sprachen und Literaturen in Bern, wo sie unter anderem Lesungen mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus dem ehemaligen Jugoslawien organisiert.

Zeljka Goricki DE-KRO

Željka Gorički
Željka Gorički wurde 1982 in Zagreb geboren und studierte Anglistik und Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb. Arbeitet am Institut für kroatische Sprache und Linguistik und als freiberufliche Übersetzerin. Mitbegründerin von Nu:Write Theatre Festival.

 

LJUBLJANA, April 2015

Raoul Schrott_webRaoul Schrott
Der österreichische Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker Raoul Schrott wurde 1964 in Landeck in Tirol geboren. Der Sohn eines Außenhandelsvertreters wuchs in Tirol, Tunis und Zürich auf und studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Norwich, Paris, Berlin und Innsbruck. Zu seinen poetologischen Postulaten gehört die Forderung, die Wirklichkeit nicht den Philosophen und Naturwissenschaftlern zu überlassen, »weil die physis der Natur das einzige wirkliche Gegenüber ist, mit dem sich die Dichtung wieder und wieder auseinandersetzt, wenn ihr an Wahrheit etwas liegt«. Raoul Schrott wurde für sein Schaffen mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Preis des Landes Kärnten beim Bachmann-Wettbewerb, dem Berliner Literaturpreis, dem Peter-Huchel-Lyrikpreis, dem Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis und dem Joseph-Breitbach-Preis. Er lebt heute in Österreich. Seit 2002 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Josef Winkler_webJosef Winkler wurde am 1953 in Kärnten geboren und wuchs auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. Er absolvierte die Abend-Handelsakademie in Klagenfurt und arbeitete beim Klagenfurter Eduard Kaiser Verlag. Im Jahr 1979 gewann er mit dem Roman Menschenkind hinter Gert Hofmann den zweiten Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Das Buch bildet gemeinsam mit den folgenden Romanen Der Ackermann aus Kärnten und Muttersprache die Trilogie Das wilde Kärnten. Josef Winkler ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und der Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Klagenfurt. Sein Werk ist sehr stark autobiographisch geprägt, er setzt sich mit der patriarchalen, katholischen Welt auseinander, der das Individuum ausgesetzt ist.

Ostap Slyvynsky_webOstap Slyvynsky wurde 1978 in Lviv (Lemberg), Ukraine geboren. Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände: Das Opfer des großen Fisches (1998); Mittagslinie (2004); Ball in der Dunkelheit (2008); Lauffeuer, übersetzt ins Polnische von Bohdan Zadura (2009) und ins Russische von Dmitriy Kuzmin und anderen (2013); Adam (2012). 1997 wurde er mit dem B.I. Antonych Literaturpreis (Ukraine), 2009 mit dem Hubert Burda Literaturpreis (Deutschland) und 2013 mit dem Lesia und Petro Kovaliv Fond Preis (USA) ausgezeichnet. Slyvynskys Gedichte und Essays wurden in 14 Sprachen übersetzt und in vielen ukrainischen und ausländischen Anthologien veröffentlicht. Er ist aktiver Teilnehmer und Mitarbeiter bei zahlreichen Literaturfestivals in der Ukraine und im Ausland, er koordinierte auch das internationale Literaturfestival im Publishers’ Forum in Lemberg 2006–2007. Er übersetzt aus dem Bulgarischen, Englischen, Mazedonischen, Polnischen und Russischen (insbesondere Czesław Miłosz, Andrzej Stasiuk, Derek Walcott, Kenneth Koch und viele andere). 2007 wurde er für seine Übersetzung von Andrzej Stasiuks Unterwegs nach Babadag mit dem Preis der polnischen Botschaft für die beste Übersetzung des Jahres ausgezeichnet. Er ist Mitherausgeber der polnisch–deutsch–ukrainischen Literaturzeitschrift RADAR. Im Jahr 2007 promovierte er in der zeitgenössischen bulgarischen Literatur. Derzeit lehrt Slyvynsky polnische Literatur an der Universität Lemberg.

Katja Perat_webKatja Perat studierte Philosophie und Komparatistik an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana, wo sie zur Zeit auch ihre Dissertation schreibt. Ihr erster Lyrikband Najboljši so padli (Die Besten sind gefallen – ein Teil wurde im Rahmen von TransStar übersetzt) erschien 2011 und erhielt den Preis für das beste Debüt bei der slowenischen Buchmesse und war für den größten Lyrikpreis Sloweniens, den Veronika-Preis, nominiert. Sie ist Literaturkritikerin und schreibt für Air Beletrina und Pogledi und ist Vorstandsmitglied der Literaturzeitschrift „Idiot“. Katja Perat ist eine der auffälligsten literarischen Stimmen der jungen Generation in Slowenien. Obwohl sie sich in ihrem Schreiben sehr kritisch und zynisch zeigt, glaubt sie an das Schöne, die Liebe und die Solidarität.

KOMELJMiklavž Komelj (Kranj, 1973) ist Dichter, Übersetzer, Literaturkritiker und Kunsthistoriker. Er studierte Kunstgeschichte an der Universität in Ljubljana und veröffentlichte 1991 seine ersten Gedichte . 2006 gewann er den Jenko-Preis für seine Lyriksammlung Hipodrom und 2010 den Preis der Prešeren-Stiftung für seine Sammlung Nenaslovljiva imena. 2011 bekam er den Rožanc-Preis für Nunost poezije. Er ist einer der feinfühligsten Poeten der jüngeren Generation. Er schreibt für Ekran, Literatura, Likovne besede und Kino!.

 Natalka_Sniadanko_webNatalka Sniadanko
Geboren in Lviv (Ukraine) 1973. Freie Authorin, Übersetzerin, Publizistin. Studierte in Lviv und Freiburg im Breisgau. Übersetzt aus dem Deutschen (u.a. Franz Kafka, Friedrich Dürrenmatt, Günter Grass, Stefan Zweig, Elfride Jelinek, Karl May, Herta Müller, Judith Hermann, Zigmund Freud) und Polnischen (Zbigniew Herbert, Jarosław Iwaszkiewicz, Czesław Miłosz, Jan Brzechwa, Janusz Wiszniewski, Johanna Bator u.a.). Publiziert in der ukrainischen und internationalen Presse: Ukrainska prawda (Ukraine), Gazeta Wyborcza (Polen), Odra (Polen), Süddeutsche Zeitung, Welt (Deutschland), Neue Zürcher Zeitung, du (Schweiz), New York Times. Seit 2009 ist in der Redaktion der polnisch-deutsch-ukrainischen Literaturzeitschrift RADAR. Autorin 9 Prosabände, ihre Texte wurden in Polen, Russland, Weissrusland, Tschechien, Deutschland, Österreich, Schweiz und USA übersetzt und veröffentlicht. Bekam unterschidliche Preise und Stipendien, zuletzt – Joseph Conrad Preis des Polnischen Institutes in Kiew im 2011 und Stipendium des Polnischen Kulturministerium in Krakau. Ihre Debutroman “Sammlung der Leidenschaften” wurde auf Deutsch in der Übersetzung von Anja Lutter 2007 bei dtv, München publiziert.
Natalka_Sniadanko_2014 webAuf Deutsch wurden außerdem folgende Titel publiziert:
- „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“. Roman, edition Fototapeta, Berlin, 2015. Fragment des Romans in der Anthologie „Skypemama“, edition Fototapeta, Berlin (2013).
-„Die schöne Schlichheit des Irrationales“ in der Anthologie „Wodka für den Torwart“, edition Fototapeta, Berlin. 2012.
- „Karpaty hat wieder verloren“ in der Anthologie „Totalniy Futbol. Eine polnisch-ukrainische Fußballreise“. Suhrkamp Verag. 2012.
- Fragment aus dem Roman „Herbarium von Liebhabern“ in der Zeitschrift RADAR.
- Kurzgeschichte „Krim-Sonette. Kulinarisches Sonett“ in der Anthologie „Europa erlesen. Krim“. Wieser Verlag, Klagenfurt. 2010.
- Ukraina ad portas (Beiträge zum X. Greifswalder Ukrainiscum im Alfred Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald), Shaker Verlag. Aachen 2006.
- „Fragmente eines ungeschriebenen Drehbuchs für einen mehrteiligen Liebesfilm“. SuKulTuR. Berlin. 2005.
- “Wie kommt Camus ins Kaufhaus? Eine Deutschlandreise”. Reportage über die Deutschlandsreise für die Zeitschrift für Kultur du Nr. 757, Zürich.

jazzy.si_webA capella Gruppe Jazzy.si
Das Vokalensemble Jazzy.si wurde im Februar 2004 gründet, die Anfänge liegen jedoch schon in den neunziger Jahren; einige der Mitglieder sangen in den Gruppen Gaudeamus und Perpetuum Jazzile, die einen ähnlichen Stil und ähnliches Repertoire  haben.
Die Musik von Jazzy.si ist von dem Wunsch getrieben, Jazz, Swing, Unterhaltungsmusik, traditionelle und klassische Melodien zu singen (sowohl internationale als auch slowenische). Die Gruppe hat nicht viele Mitglieder, so dass jeder seinen oder ihren spezifischen stimmlichen Ausdruck  für die Interpretation eines Songs hinzufügen kann, nach dem Vorbild von international renommierten Vokalensembles wie Manhattan Transfer, Swingle Singers, Singers Unlimited, die King Singers u.a. Deshalb enthält das Repertoire eine große Auswahl an Arrangements: von Bachs Fugen und Beatles-Songs, bis zur irischen Volksmusik und darüber hinaus. Und natürlich schöpft Jazzy.si Inspiration auch aus dem reichen Erbe der slowenischen Dichter und Komponisten wie Mojmir Sepe, Elza Budau, Gregor Strniša und vielen anderen.

© Christian Gohdes, all rights reserved / See for more Pictures: www.christiangohdes.deJazz Gruppe Lothar Krist B3
B3 -  für Kenner ist es das Kürzel für die legendäre Hammond Orgel, die zuerst den amerikanischen Gospelsongs und bald darauf den Blues-, Soul- und Jazzbands den echten Sound verlieh. Lebendiger Swing und Groove, persönlicher Ausdruck, ehrliche, handgemachte Musik, das ist das Credo des Trios mit Lothar Krist, Saxophone, René Rooimans, Hammond B3 und Timo Warnecke, Drums.
Lothar Krist, Leiter und Leadsaxophonist der Hannover Big Band, fand mit René Rooimans einen Organisten, der mit seinem Fußbassspiel manchen E-Bassisten vor Neid erblassen lässt und mit seinen satten Akkorden und vielschichtigen Klangfarben die Power einer ganzen Big Band entfaltet.

Irena Smodis DE-SLOIrena Smodiš wurde 1990 in Ljubljana geboren. Sie wuchs in Ljubljana auf, verbrachte aber einige Jahre in Wien und Berlin. Zurzeit schreibt sie ihre Master-Thesis an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana, an der Abteilung für Germanistik, Nederlandistik und Skandinavistik. Sie übersetzt aus dem Deutschen ins Slowenische. Andere Sprachen: Englisch, Kroatisch, Spanisch, Schwedisch. Sie arbeitet als Deutschlehrerin und ist Praktikantin bei dem Verlag Beletrina. Im Rahmen des Projektes übersetzte sie Texte von Eugen Ruge und PeterLicht.

Lavrin Alenka DE-SLOAlenka Lavrin
Im Jahr 2011 schrieb sie sich für das Magisterstudium des Übersetzens an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana ein. Während des Studiums arbeitet sie bei verschiedenen Studentenorganisationen und -projekten mit. Sie war als Mitglied des Studentenrats und als Koordinatorin der Tutoren an der Fakultät aktiv. Ferner übernahm sie im Jahr 2012 auch die Koordination der Übersetzer und Lektoren beim internationalen Festival des studentischen Films – Filofest. Sie freut sich, die Möglichkeit bekommen zu haben, an dem Projekt TransStar Europateilzunehmen.

Janko Trupej DE-SLOJanko Trupej
Nach dem Studium des Übersetzens und Dolmetschens (Englisch und Deutsch) an der Universität Maribor (2004–2009) begann er mit dem Doktorstudium der Übersetzungswissenschaft an der Universität Ljubljana bei Prof. Dr. Nike Kocijančič Pokorn – Promotion voraussichtlich im Herbst 2013. Vorträge auf Konferenzen der University of East Anglia und Universität Ljubljana, Teilnahme an Seminaren der Katholieke Universiteit Leuven, Karl-Franzens-Universität Graz, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, und Beitrag in der Publikation Translation and the Reconfiguration of Power Relations: Revisiting the Role and Context of Translation and Interpreting (LIT Verlag, 2012). Arbeitet als freiberuflicher Übersetzer und unterrichtete einen Business Englisch Kurs im Rahmen des Zentrums für lebenslanges Lernen der Philosophischen Fakultät Maribor (2010–2011).

Karmen Schoedel DE-SLOKarmen Schödel
Geboren 1976 in Reutlingen. 1980 Umzug nach Slowenien, aufgewachsen in Rogaška Slatina. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Maribor im Bereich der Wirtschaftsprüfung und -beratung zunächst in Ljubljana und ab 2001 in Nürnberg tätig. Während dieser Zeit auch übersetzerische Tätigkeiten. 2005 staatliche Prüfung als Übersetzerin für die slowenische Sprache beim Amt für Lehrerbildung Darmstadt. Öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin für die slowenische Sprache (Landgericht Nürnberg-Fürth). Seit 2006 freiberuflich tätig mit den Arbeitssprachen Deutsch und Slowenisch, Schwerpunkte: Recht, Wirtschaft, Technik, Tourismus, Kultur. Mitglied im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ). Erfahrungen mit Übersetzungen literarischer Texte im Rahmen der Inszenierung von Peter Handkes Immer noch Sturm unter der Regie von Stefan Otteni, Staatstheater Nürnberg, April 2012.

Ana Dejanovič DE-SLOAna Dejanović
Studierte Übersetzen an der Abteilung für Übersetzen der Philosophischen Fakultät in Ljubljana und schloss das Bachelor Studium 2012 ab. Seit Oktober 2012 studiert sie Dolmetschen an derselben Abteilung. Sie übrersetzt aus dem Deutschen ins Slowenische.

 

Franziska Mazi SLO-DEFranziska Mazi Studium der Slawistik und Anglistik an der Universität Basel (Schweiz), Schwerpunkt Südslawistik. Auslandstudiensemester in St. Petersburg und Split. Seit 2013 schreibt sie für eine Kulturzeitschrift in Basel und geht kleineren Übersetzungstätigkeiten ins Deutsche und Englische nach. Seit April 2013 ist sie Mitglied der TransStar-Übersetzungsgruppe Slowenisch-Deutsch unter der Leitung von Daniela Kocmut. Ihr derzeitiges Übersetzungsprojekt ist der Roman von Goran Vojnović Jugoslavija, moja dežela, 2012.

Lydia Nagel SLO-DELydia Nagel studierte nach einer Korbmacherlehre in Berlin, Belgrad und Moskau Slawistik und Kulturwissenschaft. Leitete von 2008 bis 2010 ein Praktikantenprogramm für ukrainische und belarussische Studierende im Land Brandenburg. Seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin für ostslawische Sprachwissenschaft an der Universität Wien. Sie lebt in Berlin und Wien und übersetzt aus verschiedenen slawischen Sprachen ins Deutsche, vor allem zeitgenössische Prosa und Dramatik. Vorstandsmitglied von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater.

Anja Wutej SLO-DEAnja Wutej ist zweisprachig, slowenisch und deutsch, aufgewachsen. Sie absolvierte ihr Studium an der Abteilung für Translationswissenschaft der Philosophischen Fakultät (Universität Ljubljana) und studierte danach noch an der Fakultät für Sicherheitswesen (Universität Maribor). Während des Studiums erhielt sie verschiedene Stipendien (Erasmus, DAAD, das slowenische staatliche Zois-Stipendium für begabte Studierende) und verbrachte ein Semester in Lissabon und einen Monat in Berlin. Sie nahm auch an verschiedenen Projekten teil (Übersetzungen für HALMA, Poetikon und das Universitätskulturzentrum UNIKUM Klagenfurt). In ihrer Freizeit ist sie Schauspielerin, Filmemacherin, Sängerin und Bastlerin.

Daniela Trieb SLO-DE


Daniela Trieb

Bachelorstudium der Slavistik und Germanistik in Tübingen.  Masterstudium der Slowenistik in Graz. Auslandsaufenthalt in Ljubljana. Teilnahme am Sommerkolleg „Literarisches Übersetzen Slowenisch-Deutsch“ des ITAT Graz sowie am Workshop „Literarisches Übersetzen aus dem Slowenischen ins Deutsche“ der Universität Hamburg.

Mykola Lipisivitskyi DE-UKRMykola Lipisivitskij
Geboren 1983 in Katerynivka (Gebiet Zhytomyr) in der Ukraine. Nach dem Germanistikstudium und der Promotion (2012) über das deutschsprachige Kurzdrama des 20. Jahrhunderts leitet er das Brecht-Zentrum und unterrichtet an der Staatlichen Iwan-Franko-Universität Zhytomyr. Er übersetzte ins Ukrainische B. Brechts „Die Dreigroschenoper“ (2010), einen Auszug aus K. Lange-Müllers Roman „Verfrühte Tierliebe“ (2011) und vier Stücke von L. Hübner, Ph. Löhle, F. Richter und I. Laus, und im Rahmen des Goethe-Institut-Projekts „SCHAG“ (2010-2012).

Olha Kravchuk DE-UKROlha Kravchuk
Olha Kravchuk studierte deutsch-ukrainische Übersetzung an der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz. Seit 2010 arbeitet sie im Zentrum Gedankendach und  betreut Projekte im Bereich Literatur und Kino. Zur Zeit ist Olha Doktorandin am Lehrstuhl  für ausländische Literaturgeschichte und Literaturtheorie an der Universität Czernowitz und forscht zum Werk von Rose Ausländer. Sie ist Vladimir-Admoni-Stipendiatin (DAAD) im Rahmen der GIP-Partnerschaft zwischen dem Institut für deutsche und niederländische Literatur der FU Berlin und dem Germanistik-Zentrum am Taras-Schewtschenko-Institut für Literatur an der Akademie der Wissenschaften der Ukraine.

Yulija Mykytjyk DE-UKRYuliya Mykytyuk

Germanistikstudium an der Nationalen Ivan-Franko-Universität Lwiw (2004–2009), Gastsemester an der FAU Erlangen-Nürnberg (2007) und an der Universität Duisburg-Essen (2007–2008) im Ra­­hmen eines DAAD-Semesterstipendiums für Germanisten. 2009-2010 – Hochschullehrerin am Lehrstuhl für deutsche Philologie an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw. Seit Nov. 2010 – Doktorandin am Lehrstuhl für deutsche Philologie an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw, arbeitet an ihrer Dissertation zum Thema „Kompliment als zweiteiliger Sprechakt in den deutschsprachigen Dramen des 18.–21. Jahrhunderts. Aug-Sep 2011 – Forschungsaufenthalt an der FAU Erlangen-Nürnberg (DAAD-Stipendium für Doktoranden). Seit Sept. 2009 – Lehrkraft am Sprachlernzentrum Lwiw, Partner des Goethe-Instituts Kyjiw. Seit 2007 engagiert sie sich als Dolmetscherin (bei den sozialen Programmen des Roten Kreuzes, bei wissenschaftlichen Konferenzen, in der „Galizischen Schule der Gastfreundschaft“ zu EURO 2012). Seit 2008 übersetzt sie aus dem Deutschen ins Ukrainische (die Werke von P. Bichsel, F. Kafka, I. Parei, S. Scheuermann).

Valentyna Bilokrynytska DE-UKRValentyna Bilokrynytska
Geboren 1994 in Tscherkasy. Eine Weile studierte sie Politikwissenschaft an der Kiew-Mohyla-Akademie. Machte Interviews mit den Opfern der Deportation der Deutschen innerhalb der Sowjetunion sowie mit den Zeitzeugen des 2. Weltkrieges. 2012 verließ sie die Akademie, um Übersetzen an der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew zu studieren.

 

Drachuk Olga-Daryna DE-UKROlga-Daryna Drachuk

Olga-Daryna Drachuk, geboren 1989 in Vinnyzia. Studierte Germanistik an der Nationalen Ivan-Franko-Universität Lviv. Verteidigte 2011 ihre Magisterarbeit zum Thema „Problematik der Theaterstücke von Elfriede Jelinek“. Stipendiatin der DAAD und OEAD Stiftungen. Wohnt in Vinnyzia und Lviv, arbeitet als freie Übersetzerin, Dichterin, Sozialarbeiterin, Schauspielerin in einem Laienensemble, Globetrotterin.

STUTTGART, September 2014

AF_Hermann_Judith__90002_Druck (c)Andreas Labes WEBJudith Hermann
Foto © Andreas Labes

Judith Hermann legt mit Aller Liebe Anfang erstmalig einen Roman vor. Stella und Jason sind verheiratet, sie haben eine Tochter, Ava, sie leben in einem Haus am Rand der Stadt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, ein Fremder. Um sich mit Stella zu unterhalten, wie er sagt. Der Fremde kommt am nächsten Tag wieder, lässt ihr keine Ruhe mehr. Judith Hermann erzählt vom Einsturz eines sicher geglaubten Lebens und einer irrationalen Schutzlosigkeit. Sie gilt als die prägende deutschsprachige Erzählstimme des Berlins der 1990er Jahre. Insbesondere auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas wird sie stark rezipiert und übersetzt. Im zweiten Teil des Abends vermisst Judith Hermann zusammen mit ihrem ukrainischen Übersetzer Jurko Prochasko, zugleich einer der führenden Intellektuellen des Landes, die europäische Dimension ihrer Texte.

werkstattleiter_yuriy_prokhaskoJurko Prochasko
Foto © Markijan Prochasko

Geboren 1970 im ostgalizischen Iwano-Frankiws’k, Germanist, Übersetzer, Essayist, Publizist (Krytyka, Ji, Tygodnik Powszechny, Die Zeit, Kafka, La Repubblika, Falter, Frankfurter Rundschau, Volltext, Süddeutsche Zeitung) und Ausstellungskurator. Studierte Germanistik (1987-1992) und Psychologie (2004-2009) an der Universität Lemberg und absolvierte die Ausbildung zum Gruppenanalytiker in Altaussee (Österreich, 1997-2007). Übersetzt aus dem Deutschen (u.a. R. Musil, J. Roth, F. Kafka, R.M. Rilke, J. Hermann), Polnischen (J. Wittlin, J. Iwaszkiewicz, L. Kołakowski) und Jiddischen (Deborah Vogel). Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste (Dresden, seit Juni 2007). Friedrich-Gundolf-Preisträger für Vermittlung der deutschen Kultur im Ausland der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt, 2008). Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung Translatio 2008. Im akademischen Jahr 2011-12 fellow im Wissenschaftskolleg zu Berlin und 2013 Stipendiant der Stiftung Landis&Gyr (Zug, Schweiz). Redaktionsmitglied der Kiewer Monatsschrift „Krytyka“. Jurko Prochasko lebt in Lemberg, wo er seit 1993 am dortigen Iwan-Franko-Institut der ukrainischen AW tätig ist sowie an der Iwan-Franko-Universität und dem von ihm mitbegründeten Psychoanalytischen Institut (2010) lehrt.

Tokarczuk_Olga1 (c)Grzegorz Zygadlo Schöffling & Co WEBOlga Tokarczuk
Foto © Grzegorz Zygadlo Schöffling & Co

Die vielfach ausgezeichnete Olga Tokarczuk gehört zu den großen Namen der polnischen Literatur. Mit dem Roman Der Gesang der Fledermäuse wagt sie sich ins Genre des Thrillers. Die schrullige Erzählerin Janina Duszejko, Dorflehrerin für Englisch, hat zwei Leidenschaften: Astrologie und Tiere. Als in der Umgebung eine Leiche nach der anderen auftaucht, ist sie der Polizei immer einen Schritt voraus. Dabei weiß sie das unauffällige Erscheinungsbild einer alten Frau mit Plastiktüte in der Hand geschickt zu nutzen. Tokarczuk, 1962 geboren, erhielt 2008 den Nike-Preist, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. Der Gesang der Fledermäuse ist unter der Regie von Agnieszka Holland als deutsch-polnische Koproduktion zur Verfilmung vorgesehen.

Frank Günther WEBFrank Günther
Foto © Frank Günther

Der Übersetzer und Shakespeare-Kenner Frank Günther gibt in einer Wort-Performance faszinierende Einblicke in die Welt von William Shakespeare, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 450. Mal jährt. Unkonventionell und lebendig lädt er zu einem originellen Spaziergang durch Shakespeares Werke ein. Günther, geboren 1947, übersetzt seit über vierzig Jahren Shakespeare.

sobaky v kosmosi WEBSerhij Zhadan (Foto © Getman) & “Sobaky v kosmosi” [dt. Hunde im Weltall]

Die „kühnste Stimme der jungen ukrainischen Literaturszene“ (NZZ), Serhij Zhadan, und die Ska-Band Sobaky v kosmosi  verbinden Ska und Reggae politischer Emigranten aus Jamaika mit psychedelischen Chorelementen aus der ukrainischen Volksmusik. In ihrem Stuttgarter Konzert stellen die Musiker ihr neues Album Kämpf um sie vor. Zhadan(c)Getman_SV  WEB
Serhij Zhadan, geboren 1974, ist der wichtigste und aufregendste Vertreter der jungen ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er stammt aus der Ostukraine, die von Schwerindustrie- und Bergbaumetropolen gekennzeichnet ist und deren Bevölkerung vom Industrialisierungsmythos der Sowjetjahre geprägt wurde. In seinen Prosawerken Depeche Mode, Anarchy in the UKR und Hymne der demokratischen Jugend ist er dem Raum und seinen Menschen auf der Spur. Er begleitet Nutten, Bergarbeiter, Studenten, Penner und viele andere auf ihrer Suche nach einer neuen Identität in den Wirren der neuen Zeit.

Strancar_Tina WEBTina Štrancar
Foto © Andrej Lovšin

Tina Štrancar wurde 1985 in Ljubljana, Slowenien geboren. Sie studierte Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana, woran sich ein literaturwissenschaftliches Promotionsstudium in Ljubljana und Berlin anschloss (Promotionsthema: Erinnerungsdiskurs in Familiengeschichten der zeitgenössischen deutschen Literatur). Für ihre Wissenschaftliche und übersetzerische Tätigkeit wurde sie mit mehreren Stipendien ausgezeichnet (DAAD, Robert Bosch Stiftung, Übersetzerwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin, Stipendium des Verbands slowenischer Literaturübersetzer …). Seit 2008 übersetzt sie deutschsprachige Prosa, Lyrik und Kinderliteratur ins Slowenische (unter anderem: N. Bleutge, M. Bodrožič, A. Camenisch, D. Dinev, J. Erpenbeck, K. Hacker, J. Hermann, D. Kehlmann, C. Ransmayr, M. Schwitter, M. Stavarič) und ist Mitglied im Verband slowenischer Literaturübersetzer DSKP. Sie lebt zwischen Berlin und Ljubljana.

Dabei sind auch die TransStar-TeilnehmerInnen (Deutsch-Ukrainisch, Ukrainisch-Deutsch, Deutsch-Slowenisch) mit ihren Meinungen und Übersetzungen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EU-Projekts TransStar Europa präsentieren Auszüge aus ihren literarischen Übersetzungen großer Autorinnen und Autoren ihrer Länder in der entspannten Atmosphäre einer privaten Stuttgarter Wohnung.  Sie lesen Texte von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren, die im heutigen Europa ihre Geschichte erzählen. Eine Geschichte von Identität und Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Fremde, Neubeginn, von Grenzen, ihren Verschiebungen und Überschreitungen.


KRAKAU
, Januar 2014

sylwia_chutnik_crSylwia Chutnik (geb. 1979) studierte in Warschau Kulturwissenschaften und Gender Studies und arbeitet als Schrifstellerin und Publizistin. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht, u.a. („Kieszonkowy Atlas Kobiet“ (2008), Deutsch „Weibskram“ (2011), „Dzidzia“ (2009), „Cwaniary“ (2012) und darüber hinaus auch Essays, u.a. die Sammlung  „Mama zawsze ma rację“ (Mutter hat immer recht). Sie hat regelmäßige Kolumnen in den Zeitschriften „Polityka“ und „Pani“ wie auch der Erzählsammlung „Prosze wejść“. Sie schreibt auch Theaterstücke.  2008 wurde Chutniks Roman „Weibskram“ mit dem Paszport Polityki ausgezeichnet. 2009 erhielt sie den Ashoka Online-Nobel für ihr soziales Engagement für die  Rechte der Mütter in Polen.

Sandig_PelnyFoto: Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny
Foto © Manuela Kasemir

Marlen Pelny (geb. 1981) arbeitet in Berlin und Leipzig als freie Musikerin und Lyrikerin. Ihr Songpoetryduo sonntags veröffentlichte 2004 das gleichnamige Debüt und 2005 die CD zwischen eigenen Worten. Vor sechs Jahren gründete sie die Literaturgruppe augenpost mit, die ihre Gedichte in die Straßen verschiedener deutscher Städte plakatierte.
2007 brachte augenpost Gedichte auf Postkarten unter die Menschen. Gemeinsam mit Ulrike Almut Sandig tritt Marlen Pelny in einem Lesekonzertprogramm auf und veröffentlichte das Hörbuch der tag, an dem alma kamillen kaufte. Zuletzt erschien ihr Poetryfilm Wanduhr und im Sommer 07 ihr erster Gedichtband Auftakt sowie die CD dein name im schallloch.

Ulrike Almut Sandig (geb. 1979) studierte Religionswissenschaft und Indologie sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie ist Lyrikerin und Prosaautorin. Bisher erschienen die Gedichtbände Zunder (2005), Streumen (2007) und Dickicht (2011), das Hörbuch der tag, an dem alma kamillen kaufte (2006, gemeinsam mit Marlen Pelny), die Hörspiele Hush little Baby (2008) und  Unter Wasser (2010) sowie ihre erste Prosaveröffentlichung Flamingos  (2010). Ihre Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Leonce-und-Lena-Preis 2009. Für FLAMINGOS erhielt sie den Silberschweinpreis der lit.COLOGNE (2010), den Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage (2010) und das Märkische Stipendium für Literatur 2012. Zuletzt wurde Ulrike Almut Sandig für ihr Werk im Mai 2012 mit dem Droste-Förderpreis der Stadt Meersburg ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Foto Yoko Tawada, von Dagmar Gebers_crYoko Tawada
Foto
© Dagmar Gebers

Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren und lebt seit 1982 in Deutschland, zuerst in Hamburg, seit 2007 in Berlin. Studium der Literaturwissenschaften in Tokyo und Hamburg, Promotion. Erste literarische Veröffentlichungen 1986 in “Japan-Lesebuch”. Erste Buchveröffentlichung in Deutschland 1987 (Nur da wo du bist da ist nichts), in Japan 1992 (Sanninkankai). Sie schreibt in deutscher und japanischer Sprache. Bis 2013 erschienen 22 Bücher in deutscher Sprache.

LukasLaski DE-POLLukas Laski
1984 in Polen geboren, lebt in Deutschland und ist Absolvent der Slavistik, mit dem Schwerpunkt polnische Literaturwissenschaft und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Aufgewachsen zwischen und mit zwei Sprachen prägte ihn ein Sprachbewusstsein, das ihn empfänglich machte für die Gemeinsamkeiten sowie die Unterschiede zwischen seinen beiden Muttersprachen. Immer wichtiger wurden die Fragen, wie etwas in der anderen Sprache bezeichnet wird und inwiefern die beiden Begriffe deckungsgleich sind. Neben privaten Übersetzungen beschäftigte er sich auch mehrmals mit der Übertragung wissenschaftlicher Artikel und übersetzte einige Texte im Rahmen einer Literaturwerkstatt, geleitet vom Übersetzer Bernhard Hartmann und der polnischen Autorin Lidia Amejko, und zwar sowohl aus dem Deutschen ins Polnische als auch umgekehrt. Desweiteren fungierte er als Vermittler bei seiner Arbeit am Polnischen Institut Düsseldorf, für Pax Christi Aachen und als Dolmetscher für polnische Studenten in Deutschland.

Zofia Sucharska DE-POLZofia Sucharska
Setzt sich schon seit längerem mit der deutschen Sprache auseinander. Bis 2012 studierte sie in ihrer Heimatstadt Gdańsk, Polen, Germanistik, wobei nicht nur der Schwerpunkt Übersetzung, sondern ab einem gewissen Zeitpunkt auch Bücher von großer Bedeutung waren. In dem Zustand des Zwischen-den-Sprachen-Seins befindet sie sich erst richtig seit einem Jahr, seitdem sie in Berlin lebt. Momentan studiert sie Neuere deutsche Literatur an der FU Berlin und hat inzwischen in unterschiedlichsten Übersetzungsbereichen Fuß gefasst, von Autoteilen bis Online-Games. Das Projekt TransStar ist für sie die perfekte Gelegenheit, das zu übersetzen, was am meisten Spaß bereitet und sich danach darüber anderen auszutauschen – und das alles unter professioneller Betreuung.

Karolina Matuszewska DE-POLKarolina Matuszewska
Karolina Matuszewska, geb. 1988. Doktorandin am Lehrstuhl für Literatur und Kultur Österreichs und der Schweiz 8Universität Szczecin), Romanistikstudentin. Ihre Interessengebiete sind deutschsprachige Gegenwartsliteratur, das Werk von Paul Scheerbart und Urs Widmer. Teilnahme an deutsch-polnischen Projekten zur Oral History und an Wettbewerben im Bereich Literatur und literarischer Übersetzung.


OLYMPUS DIGITAL CAMERAMagdalena Stefańska

Geboren 1990 in Lodz. Absolventin des VIII. Lyzeums in Lodz, der Partnerschule der Bundesrepublik Deutschland. DAAD-Stipendiatin, Praktikantin des Deutsch-polnischn Instituts in Darmstadt und der Union der Europäischen Föderalisten in Lodz. Teilnahme an vielen internationalen Projekten. Austauschstudentin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Zur Zeit Studentin der Interdisziplinären Humanistischen Studien an der Universität Lodz mit dem Kernpunkt Philosophie und Germanistik.

Magda Wlostowska POL-DEMagda Włostowska
Hat von 2004 bis 2012 Politikwissenschaften, Ost- und Südosteuropawissenschaften sowie Polonistik an der Universität Leipzig studiert. Während des Studiums verschiedene Praktika und Tätigkeiten, u.a. bei der Heinrich-Böll-Stiftung Warschau und in der Forschungsgruppe „Wege der Rechtsfindung“ am Institut für Slavistik der Universität Leipzig. Danach am Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig tätig. Seit 2010 ist sie staatlich geprüfte Übersetzerin für Polnisch. Im Rahmen des TransStar-Projektes übersetzt sie aus dem Roman „Dzidzia“ von Sylwia Chutnik.

Magdalena Lewandowska DE-POLMagdalena Lewandowska
Geboren 1989 in Poznań, Polen. Seit 2008 Studium der Angewandten Linguistik an der Adam Mickiewicz Universität in Poznań. 2011 Abschluss des BA-Studiums, voraussichtlich im September 2013 Abschluss des MA-Studiums. Im Studienjahr 2011/2012 als Erasmusstudentin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Seit Mai 2013 Beschäftigung bei McKinsey EMEA Shared Services (Poznań) als Visual Graphic Specialist.  Hobbys: Radfahren, Rockmusik der 60er und 70er Jahre.

Ines HUDOBEC DE-KROInes Hudobec, geboren 1977 in Frankfurt am Main, 1983 Umzug nach Kroatien. Studierte Betriebswirtschaftslehre in Zagreb, Europäische Wirtschaft (MBA-Europa) am Europa-Institut in Saarbrücken und Konferenzdolmetschen (A-Sprache Kroatisch, B-Sprache Deutsch) in Zagreb. Auslandsaufenthalt in Deutschland als DAAD-Stipendiatin. Seit 2003 freiberufliche Übersetzerin (hauptsächlich Fachtexte), Dolmetscherin und Reiseführerin Kroatien. Diplomstudium an der Philosophischen Fakultät in Zagreb seit Oktober 2012: kulturwissenschaftliche Germanistik/Ethnologie und Kulturanthropologie.

Olha Kravchuk DE-UKROlha Kravchuk studierte deutsch-ukrainische Übersetzung an der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz. Seit 2010 arbeitet sie im Zentrum Gedankendach und  betreut Projekte im Bereich Literatur und Kino. Zur Zeit ist Olha Doktorandin am Lehrstuhl  für ausländische Literaturgeschichte und Literaturtheorie an der Universität Czernowitz und forscht zum Werk von Rose Ausländer. Sie ist Vladimir-Admoni-Stipendiatin (DAAD) im Rahmen der GIP-Partnerschaft zwischen dem Institut für deutsche und niederländische Literatur der FU Berlin und dem Germanistik-Zentrum am Taras-Schewtschenko-Institut für Literatur an der Akademie der Wissenschaften der Ukraine.


Maja Konstantinovic KRO-DEMaja Konstantinović

Geboren 1989 in Vukovar. 1993 Flucht nach Bruchköbel, Hessen. Nach erfolgreichem Bachelorstudium in Slavistik und Politikwissenschaft in Tübingen studiert sie den Masterstudiengang Literatur- und Kulturtheorie. 2008 war sie Teilnehmerin bei „Translators in Residence“, einem Projekt  des slavischen Seminars der Universität Tübingen. 2009 sammelte sie erste Erfahrungen beim Übersetzen durch die Übertitelung des Thaterstücks „Sieben Tage in Zagreb“ von Tena Štivičić, das im Rahmen des Theaterprojekts „Orient-Express“ am Staatstheater Stuttgart aufgeführt wurde. Momentan ist sie Organisatorin einer  Podiumsdiskussion, die transkulturelle Fragestellungen zum Thema „Versprachlichung von Kultur als Übersetzungsprozess“ erörtert.

Mykola Lipisivitskyi DE-UKRMykola Lipisivitskij
Geboren 1983 in Katerynivka (Gebiet Zhytomyr) in der Ukraine. Nach dem Germanistikstudium und der Promotion (2012) über das deutschsprachige Kurzdrama des 20. Jahrhunderts leitet er das Brecht-Zentrum und unterrichtet an der Staatlichen Iwan-Franko-Universität Zhytomyr. Er übersetzte ins Ukrainische B. Brechts „Die Dreigroschenoper“ (2010), einen Auszug aus K. Lange-Müllers Roman „Verfrühte Tierliebe“ (2011) und vier Stücke von L. Hübner, Ph. Löhle, F. Richter und I. Laus, und im Rahmen des Goethe-Institut-Projekts „SCHAG“ (2010-2012).


Stefan Heck UKR-DE
Stefan Heck

Geboren 1987 in São Paulo, Brasilien, seit 1990 in Deutschland. Er hat in Tübingen und Warschau Slavistik und BWL studiert. Neben seiner Hauptsprache, dem Polnischen, verliebte er sich 2009 auf einem Sommerkurs ins Ukrainische. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Slavischen Seminar der Universität Tübingen und promoviert dort zum Aspekt in den slavischen Sprachen.

 

Martin Mutschler TSCH-DE (Foto Tobias Bader)Martin Mutschler
Foto © Tobias Bader

Martin Mutschler, 1986 in Stuttgart geboren, hat Romanistik, Slavistik und Kunstgeschichte in Tübingen und Prag studiert und arbeitet am Theater, schreibt über Kultur und übersetzt. Im Winter 2011/12 war er Praktikant bei der Europäischen Kulturhauptstadt 2015 in Pilsen, seither ist er im Vorstand der GFPS-CZ tätig. Und sonst? Es interessiert ihn alles um die Kultur und in der Kultur. Wichtig ist ihm Musik, vielleicht rührt daher die Vorliebe für Lyrik oder die Sprachwelt eines Bohumil Hrabal.

Anna Koubova DE-TSCHAnna Koubová
Anna Koubová, geboren 1990 in Prag, Studium der Bohemistik, Übersetzungs- und Sprachwissenschaft in Prag und Paris. Arbeitet seit einigen Jahren als Dolmetscherin und Deutsch- und Tschechischlektorin. Unternimmt gerade erste Schritte im Übersetzungsabenteuer. Ehrenamtlich engagiert im Deutsch-tschechischen Jugendforum und im Literaturmagazin „Plav“. Begeistert für Kommunikation zwischen Menschen sowie Kulturen, für Sprachen, Literatur und Natur.

 

Karmen Schoedel DE-SLOKarmen Schödel
Geboren 1976 in Reutlingen. 1980 Umzug nach Slowenien, aufgewachsen in Rogaška Slatina. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Maribor im Bereich der Wirtschaftsprüfung und -beratung zunächst in Ljubljana und ab 2001 in Nürnberg tätig. Während dieser Zeit auch übersetzerische Tätigkeiten. 2005 staatliche Prüfung als Übersetzerin für die slowenische Sprache beim Amt für Lehrerbildung Darmstadt. Öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin für die slowenische Sprache (Landgericht Nürnberg-Fürth). Seit 2006 freiberuflich tätig mit den Arbeitssprachen Deutsch und Slowenisch, Schwerpunkte: Recht, Wirtschaft, Technik, Tourismus, Kultur. Mitglied im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ). Erfahrungen mit Übersetzungen literarischer Texte im Rahmen der Inszenierung von Peter Handkes Immer noch Sturm unter der Regie von Stefan Otteni, Staatstheater Nürnberg, April 2012.

Daniela Trieb SLO-DEDaniela Trieb

Bachelorstudium der Slavistik und Germanistik in Tübingen.  Masterstudium der Slowenistik in Graz. Auslandsaufenthalt in Ljubljana. Teilnahme am Sommerkolleg „Literarisches Übersetzen Slowenisch-Deutsch“ des ITAT Graz sowie am Workshop „Literarisches Übersetzen aus dem Slowenischen ins Deutsche“ der Universität Hamburg.

 

Ana Dejanovič DE-SLO

Ana Dejanovič
Studierte Übersetzen an der Abteilung für Übersetzen der Philosophischen Fakultät in Ljubljana und schloss das Bachelor Studium 2012 ab. Seit Oktober 2012 studiert sie Dolmetschen an derselben Abteilung. Sie übrersetzt aus dem Deutschen ins Slowenische.

 

Übersetzungswürfel

18. 12. 2013

Übersetzungswürfel – Sechs Seiten europäischer Literatur und Übersetzung

Das literarische Übersetzen ist eine offene und dynamische Kunst. Von Januar 2014 bis Herbst 2015 macht das Projekt „Übersetzungswürfel – Sechs Seiten europäischer Literatur und Übersetzung“ in sechs mehrtägigen Veranstaltungsreihen das literarische Übersetzen als künstlerischen Prozess erfahrbar.

In Krakau, Stuttgart, Ljubljana, Tübingen, Prag und Berlin präsentieren Autoren und Autorinnen, Übersetzerinnen und Übersetzer, Expertinnen und Experten aus Deutschland, Polen, Tschechien, Slowenien, Österreich, Kroatien, der Schweiz und der Ukraine die Vielgestaltigkeit europäischer Literatur, ihre Räume und Verflechtungen. Eine besondere Beachtung erfährt hierbei die junge Generation mit ihren transkulturellen Biografien im heutigen Europa.

Der „Übersetzungswürfel“ zeigt die verschiedenen Kontexte auf, in denen literarische Übersetzungen entstehen. Dazu gehören der Einfluss von generationsabhängigen Lese- und Lebenserfahrungen, Bewegungen zwischen und innerhalb verschiedener Kulturen und Traditionen oder auch wandernde Muttersprachen. Darüber hinaus sucht das Projekt neue Ausdrucksformen für den Übersetzungsprozess, etwa in Verbildlichung und Vertonung. So wird das Übersetzen aus den alten textzentrierten Begriffen wie Treue und Schönheit herausgelöst, und es entsteht ein neues künstlerisches Gesamtgeflecht, in dem die Person des Übersetzers mit seinen vielgestaltigen Umgebungen in den Mittelpunkt rückt.

Unter den Rubriken „Gelesenes“, „Gespieltes“, „Getauschtes“, „Gemogeltes“, „Gekreuztes“, „Gesucht und gefunden“ erwarten das Publikum spannungsvolle Veranstaltungen, die das Übersetzen künstlerisch, analytisch und interaktiv in Szene setzen.

„Gelesenes“: Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer lesen ihre Texte und führen vor, mit welchen Kultur-, Sprach- und Lebensfäden die Übersetzungen an das Original geknüpft sind.

„Gespieltes“: Hier wird Übersetzen sichtbar als Gesamtkunst. Es werden Blickwinkel erfahrbar, die dem Außenstehenden sonst nur über Analyse und Reflexion zugänglich sind, etwa Rhythmus, Klang und bildliche Darstellung.

„Getauschtes“: Übersetzerinnen und Übersetzer, Expertinnen und Experten aus den beteiligten Ländern kommen in Vorträgen und Diskussionen zu Wort. Sie suchen Antworten auf Fragen wie: „Übersetzt die junge Übersetzergeneration anders als die Generation vor ihnen?, Gilt angesichts steigender Mobilität und zunehmender Mehrsprachigkeit noch das Muttersprachendiktat, das die Übersetzung immer in die Muttersprache vorgibt?“ oder „Übersetzt man im Osten anders als im Westen?“

Dieses analytische Format setzt einen Kontrapunkt zur komplexen künstlerischen Wahrnehmung und deckt die Hintergründe der Beziehungen in den literarischen Räumen Europas auf.

„Gemogeltes“: Wo sind die Fäden gerissen zwischen Original und Übersetzung? Das Publikum und die Veranstaltungsteilnehmer sammeln, erklären, interpretieren und übersetzen Dinge, die es in anderen Sprach- und Kulturräumen nicht gibt.

„Gekreuztes“: Hier treten Übersetzungstandems eines Sprachpaars auf und zeigen, wie sie sich über Texte und Kontexte verständigen und wie aus dem Austausch heraus Übersetzungen entstehen.

„Gesucht und gefunden“: In diesem interaktiven Format übersetzen Übersetzer live mit dem Publikum einen literarischen Text. Jeder einzelne kann ausprobieren, wie Sprachkenntnis, Klang, Hintergrundwissen und Inspiration zusammenkommen, so dass ein Text in einer neuen Sprache entsteht.

Zu den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern gehören Yoko Tawada (Berlin), Sylwia Chutnik (Warschau), Serhij Zhadan (Charkiw), Melinda Nadj Abonji (Zürich), Esther Kinsky (Berlin) und Jurko Prochasko (Lwiw).

Geleitet wird das Projekt von Professor Schamma Schahadat und Claudia Dathe vom Slavischen Seminar der Eberhard Karls Universität Tübingen. Kooperationspartner sind die Villa Decius Krakau, das Literaturhaus Stuttgart, die Universität Ljubljana, die Karls-Universität Prag und die Literaturwerkstatt Berlin sowie die Partner aus dem EU-Projekt „TransStar Europa“.

Newsletter TransStar Europa 02/2013

20. 9. 2013

Was gibt’s Neues bei TransStar?

Lokale Werkstätten und Lesungen im Herbst

Am 11. und 12. September fand die erste Herbst-Werkstatt von TransStar statt. Die deutsch-ukrainische Gruppe kam mit ihrem Leiter Jurko Prochasko in Lemberg zusammen. Diskutiert wurden Übersetzungen von Ralf Rothmann, Yoko Tawada, Silke Scheuermann und Felicitas Hoppe. Die Gruppe ließ sich von der legendären Kaffeehausatmosphäre der Stadt inspirieren und besuchte Veranstaltungen der Lemberger Buchmesse, die zeitgleich stattfand.

Bis Dezember treffen sich die anderen TransStar-Arbeitsgruppen mit ihren Werkstattleitern in verschiedenen europäischen Orten, unter anderem in Bern, Ljubljana, Zagreb, Graz, Berlin und Dominikowo. Die nächste Werkstatt veranstaltet die deutsch-polnische Gruppe mit ihrer Leiterin Sława Lisiecka am 28. und 29. September in Berlin.

Am 25. November stellen die Übersetzerinnen und Übersetzer der tschechisch-deutschen Gruppe in einer Lesung am Institut Literaturübersetzen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die tschechischen Autoren Jan Balabán, Jakoba Katalpa, Michal Ajvaz und Alena Zemančiková vor. Ihre Arbeitsgruppe tagt in Düsseldorf unter Leitung von Kristina Kallert.

Erste Übersetzungen publiziert

Im Septemberheft der Zeitschrift LICHTUNGEN sind die ersten Übersetzungen zu unserem Projekt erschienen. Sie lesen über die Lebenswirren des volksdeutschen Lukan in Kroatien in einem Auszug aus dem Roman Die Begegnung von Ludwig Bauer in der Übersetzung von Paul Gruber, Sie finden das Gedicht Fick dich, Ginsberg von Katja Perat, aus dem Slowenischen von Daniela Trieb. Sie lernen ein Stück Ukraine kennen in dem Auszug aus dem Essay Hotel Ukrajina von Jurij Izdryk, übersetzt von Sofia Onufriv, die Erzählung Wie ein Obdachloser von Alena Zemančíková, aus dem Tschechischen übersetzt von Daniela Pusch führt ins Prag der Nachkriegszeit, im Auszug aus Ignacy Karpowiczs Roman Balladynen und Romanzen, aus dem Polnischen übersetzt von Katharina Kowarczyk, begegnen Sie Jesus und den Göttern der Antike im 21. Jahrhundert.

Rund ums Übersetzen

Seit Mai 2013 ist die Internetseite von TransStar online. Sie finden die Seite unter: www.transstar-europa.com.

Auf der Seite gibt es Informationen zum Projekt und den Akteuren sowie Veranstaltungshinweise und -berichte. Eine weitere Rubrik ist dem Übersetzer des Monats gewidmet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von TransStar stellen in jedem  Monat einen anderen Übersetzer vor. So entsteht ein buntes Mosaik der literarischen Übersetzerinnen und Übersetzer in Europa. Im Monat September lesen Sie ein Porträt des kroatischen Übersetzers Sead Muhamedagić, der unter anderem Thomas Bernhard ins Kroatische übertragen hat.

Ebenfalls auf der Internetseite unter http://transstar-europa.com/category/blog/ erfahren Sie in unserem Blog Wissenswertes rund um das literarische Übersetzen in Theorie und Praxis, so schreibt Janko Trupej in seinem neuesten Beitrag zu Ciceros‘, Hieronymus‘ und Luthers Ansichten zum Übersetzen.

Der Forum-Bereich steht sowohl den TeilnehmerInnen und der WerkstattleiterInnen als auch dem interessierten Publikum zur Verfügung; hier kann man sich zu verschiedensten Themen, die mit der Literatur und dem Übersetzen zusammenhängen, austauschen.

Lohnenswert ist auch der Besuch unserer Facebook-Seite. Hier gibt es neben Informationen über die Tätigkeit unserer TeilnehmerInnen und Fotos  insbesondere jede Menge aktuelle Ausschreibungen – für Stipendien im Bereich Übersetzen und Kulturaustausch, für Stellen im akademischen Bereich und andere transkulturelle Aktivitäten.

Hieronymus-Tag am 30. September

Am 30. September begehen wir den Hieronymus-Tag. Der heilige Hieronymus wurde um 347 vermutlich irgendwo im südöstlichen Europa geboren geboren; nach dem Studium der Literatur und Philosophie in Rom lernte er als Eremit Hebräisch. Später zog er sich in ein Kloster zurück, wo er die Übersetzung und Zusammenstellung der biblischen Bücher vornahm. Die von Hieronymus vorgenommene Gesamtfassung, Anordnung und Übersetzung ins Lateinische ist die Bibelabschrift, die später Vulgata genannt wurde und – zumindest für die katholische Kirche – noch heute die verbindliche lateinische Fassung der Bibel.  Daher ist Hieronymus der Patron der Übersetzer.

Zum Hieronymus-Tag am 30. September gibt es auf der Internetseite einen kleinen Wettbewerb. Machen Sie mit und gewinnen Sie einen Wandkalender für 2014.

Publikationen unserer Werkstattleiterinnen und -leiter im letzten Halbjahr (Auswahl)

Daniela Kocmut

  • Zofka Kveder. Ihr Leben. (Njeno življenje), (Roman) für die Reihe Slowenische Bibliothek, ein Gemeinschaftsprojekt der Verlage Drava, Hermagoras und Wieser, März 2013
  • Zenel Bejta Zeki. Dad so rovela? Oče, zakaj jočeš? Vater, warum weinst du?. (Lyrik, Publikation auf Slowenisch, Deutsch, Romani) Literaturgesellschaft Maribor, Juli 2013 (Reihe Zbirka Mariborska literarna družba; 62)

Olaf Kühl

  • Der wahre Sohn. Rowohlt, 2013.
  • Witold Gombrowicz. Berliner Notizen. Übersetzt und mit einem Vorwort versehen. Edition fototapeta, 2013.

Alida Bremer

Kristina Kallert

Claudia Dathe

Matthias Jacob

Andy Jelčić

  • W.G. Sebald. Prema prirodi. (Nach der Natur) Vuković & Runjić, Zagreb, 2013.
  • Robert Musil. Čovjek bez osobina 2, (Der Mann ohne Eigenschaften) Fraktura, Zaprešić, 2013.

Radovan Charvát

Sława Lisiecka

Die Übersetzerinnen und Übersetzer aus LICHTUNGEN

Paul Gruber

Geboren 1984 in Graz, Studium Bosnisch, Serbisch, Kroatisch auf Lehramt, Auslandssemester und Tätigkeit als Sprachassistent für Deutsch in Belgrad, erste literarische Übersetzungen während des Sommerkollegs in Premuda.

Daniela Trieb

Bachelorstudium der Slavistik und Germanistik in Tübingen.  Masterstudium der Slowenistik in Graz. Auslandsaufenthalt in Ljubljana. Teilnahme am Sommerkolleg „Literarisches Übersetzen Slowenisch-Deutsch“ des ITAT Graz sowie am Workshop „Literarisches Übersetzen aus dem Slowenischen ins Deutsche“ der Universität Hamburg.

Sofia Onufriv

Geboren 1970 in Lwiw/Lemberg. Studierte Germanistik und Verlagswesen in Lwiw. Freiberufliche Dolmetscherin und Übersetzerin, Kulturmanagerin und -vermittlerin sowie Reiseleiterin (www.eol-reisen.de). Mitglied im Übersetzerverein „Translit“ e.V. (www.translit-portal.de).

Daniela Pusch

Geboren 1978 in Karlovy Vary in der Tschechoslowakei und in Deutschland aufgewachsen. Studium der Slawistik und der Medienwissenschaft in Marburg, Moskau und Brünn. Seit 2004 lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf. Sie arbeitet sie als Stadtführerin, unterrichtet Sprachen und liest ehrenamtlich Kindern fremdsprachige Geschichten vor.

Katharina Kowarczyk

1982 bei Katowice/Polen geboren. Studium der Polonistik und Philosophie an der Universität Hamburg. Ihre Magisterarbeit „Analysen zur polnisch-deutschen Literaturübersetzung – Ignacy Karpowiczs Balladyny i romanse“ wurde 2012 mit dem Wissenschaftlichen Förderpreis des Botschafters der Republik Polen in Deutschland ausgezeichnet. Übersetzerin aus dem Polnischen. Lebt seit 1989 in Hamburg.

Der Newsletter in der jeweiligen Landesprachen ist als Download abrufbar:
Slowenisch
Polnisch
Ukrainisch
Tschechisch
Kroatisch

 

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Lokaltreffen der deutsch-ukrainischen Gruppe in Lviv (Lemberg)

17. 9. 2013

Am 11. und 12. September fand Lokales Treffen der ukrainischen Gruppe statt. Die Teilnehmer hatten nicht nur die Möglichkeit die erste Version ihrer literarischen Übersetzungen zu besprechen, sondern auch die wunderbare mittelalterliche Stadt Lviv zu besichtigen sowie die 20. Lviver Buchmesse zu besuchen.

Wir wollten die berühmte Kaffee-Atmosphäre des alten Lviv genießen, deshalb haben wir uns entschieden unsere Besprechungen nicht in den Räumen der Lviver Ivan-Franko-Nationaluniversität durchzuführen, sondern in den berühmten Kaffeehäusern der Gaststadt. Am ersten Tag (am 11. September) haben wir Kaffee und heiße Schokolade in zwei Kaffeehäusern („Kabinett“ und „Dzyga“) getrunken und über die ersten Übersetzungen von Julija Mykytyuk (die Erzählung „Die Übergabe“ von Silke Scheuermann) und von Valentyna Bilokrynytzka (ein Auszug aus dem Roman von Ralf Rothmann „Junges Licht“) diskutiert. Den 2. Tag haben wir im Restaurant-Cafe „Akademitschne“ verbracht, wo Mykola Lipisivizkyj (ein Auszug aus dem Roman „Hoppe“ von Felicitas Hoppe) und Olha Kravtchuk (ein Auszug aus der Erzählung „Wo Europa anfängt“ von Yoko Tawada) präsentiert haben.

Anfangs haben alle Teilnehmer ihre Werke präsentiert und, was besonders interessant war, über die Gründe erzählt, welche sie zum Übersetzen eben dieser Werke bewegt haben. Danach haben wir die besonders schwierigen Stellen für die Übersetzer besprochen und haben versucht geeignete Lösung zusammen zu finden. Die Diskussion war aktiv und meines Erachtens auch sehr produktiv und hilfreich. Großen Dank dafür möchte ich in dieser Hinsicht dem Leiter unserer Gruppe Jurko Prochasko äußern, der immer unseren Meinungen offen stand und in Streitfällen einen guten Ausweg finden konnte. Unsere Besprechungen führten wir in einer guten und freundlichen Atmosphäre, was zur guten Laune und produktiven Arbeit während des Seminars viel beigetragen hat.

Abschließend möchte ich sagen, dass meiner Ansicht nach unser Treffen sehr hilfreich für unsere Fertigkeiten in Übersetzung sowie auch für den Teamgeist der Teilnehmer war. Es war für mich große Ehre, die Teilnehmer des Seminars in meiner Heimatstadt zu empfangen und ich freue mich auf unsere weitere Treffen und Diskussionen.

Eindrücke von der Teilnehmerin Julija Mykytyuk

Einige Fotos finden Sie hier.

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Zehnte Erlanger Übersetzerwerkstatt – Wertvolles für die praktische Arbeit der Literaturübersetzer

3. 9. 2013

Im Rahmen des 33. Erlanger Poetenfests fand die zehnte Erlanger Übersetzerwerkstatt als öffentliches Arbeitstreffen mit Marica Bodrožić, Christian Filips, Matthias Göritz, Ursula Gräfe, Kristina Kallert, Esther Kinsky, Bert Papenfuß, Steffen Popp und Yoko Tawada statt.

Anhand der von Kristina Kallert übersetzten Erzählungen der Chassidim des mit Franz Kafka befreundeten Jiři Mordechai Langer wurden die Möglichkeiten veranschaulicht, wie die im Original vorhandene Dramatik in der Übersetzung beibehalten werden kann. Hilfreich ist auf die Diversität der Verben zu achten und die Betonungen im Original als solche zu erkennen und übertragen. Über die Frage, wie viel Freiheit beim Übersetzen erlaubt (aber auch sinnvoll) ist, konnte am Beispiel der Übersetzung des Langgedichts “Solaris korrigiert” von Øyvind Rimbereid diskutiert werden. Bert Papenfuß übertrug dieses Werk in eine utopische Ostseesprache, dabei wurden die im Original in englischer Sprache erscheinenden Texte ins Russische übertragen. Die Teilnehmer und das Publikum mutmaßten, dass das norwegische Original mehr Leser erreicht als seine Übersetzung ins Plattdeutsche. Ursula Gräfe übersetzte den Roman “Gefährliche Geliebte” von Haruki Murakami zum ersten Mal direkt aus dem japanischen Original ins Deutsche. Der Vergleich mit der ersten deutschen Übersetzung aus dem Amerikanischen öffnete viele Fragen: Inwiefern hängt die Übersetzung von der übersetzten Vorlage und inwiefern von der übersetzerischen Freiheit des zweiten Übersetzers ab? Wie wurde die erste, als Vorlage dienende Übersetzung von marktspezifischen Vorgaben des Verlegers beeinflusst, sind diese auch im zweiten Zielland relevant und überhaupt erwünscht? Esther Kinsky las aus dem Essay “Fremdsprechen” über das Übersetzen, den Umgang mit zwei Sprachen und die sprachlosen Räume dazwischen. Von Übersetzungen, Sprachinseln im Alphabet und unstabilen Erinnerungen handeln die Bücher von Marica Bodrožić. Die Autorinnen Kinsky und Bodrožić, die auch als Übersetzerinnen tätig sind, diskutierten über die Notwendigkeit, die übersetzerische Tätigkeit zeitlich vom Schreiben  abzugrenzen und für die Übersetzung Texte zu wählen, die sich vom eigenen Stil unterscheiden. Im Werk der deutsch-japanischen Autorin und Preisträgerin des fünften “Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung” Yoko Tawada geht es um “Überseezungen”: “Wenn ich schreibe, ist das immer eine Übersetzung im weiteren Sinne.” Durch interessante Gespräche vermittelte die Veranstaltung Wertvolles für die  praktische Arbeit der Literaturübersetzer.

 von Karmen Schödel

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