Akustische Dimension der Poesie: Unübersetzbar?

Prag, 5. Juni 2015
14. 6. 2015

Die Übersetzbarkeit der akustischen Dimension von Poesie – ein halbstündiger Versuch

Im Workshop zur Übersetzbarkeit der akustischen Dimensionen von Poesie wurde als Übung das Gedicht franz war von Konrad Bayer ausgewählt, ein extremes Beispiel.

franz war.

war franz?

Franz.

war.

wahr.

war wahr.

wirr.

wir.

franz wir!

wir franz.

ihr.

franz war wirr.

war franz irr?

wirr warr.

Welche Kriterien können aufgestellt werden, um dieses Gedicht zu übersetzen?

1) das Gedicht besteht aus sieben Wörtern

2) alle Wörter sind einsilbig

3) innerhalb dieser Siebenheit gibt es zwei Vokale: i und a, hell und dunkel

4) man beachte die Wortarten

5) und was zum Teufel soll eigentlich der Name Franz?

6) es gibt sicher noch mehr…

Aufgabe für die Nichtdeutschen: übersetzt das Gedicht in die Muttersprache. Aufgabe für die Deutschen: schreibt es um. Drei Deutsche gibt es (die Schweizerin übersetzt das Gedicht selbstverständlich in ihre Sprache), die sich, obwohl sie es nicht sollen, zusammentun, denn zu dritt, denken sie, denkt es sich besser, vielleicht behindert man sich aber auch nur. Es entsteht ein Gedicht:

ernst war jung

war ernst jung?

war der jung

jung?

c.g. jünger

jungs jünger?

jung jünger als jünger?

jüng und junger?

jung macht ernst

Nein, nein, ernst gemeint war es nicht. Nur fast.

von Marlena Breuer

Hier finden Sie einige Fotos.

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