ALLER LIEBE ANFANG: Die Kunst des literarischen Übersetzens

Der internationale Übersetzungswürfel im Literaturhaus Stuttgart im Herbst 2014 (Anküngigung), 12. Juli 2014
12. 7. 2014

Übersetzungswürfel in Stuttgart

 Programm (als PDF-Datei)

 24.-28. September 2014

ALLER LIEBE ANFANG: Die Kunst des literarischen Übersetzens
Der internationale Übersetzungswürfel im Literaturhaus Stuttgart

Sechs aufregende Seiten europäischer Literatur und Übersetzung – dafür steht der Übersetzungswürfel: Unter den Rubriken “Gelesenes”, “Gespieltes”, “Getauschtes”, “Gemogeltes”, “Gekreuztes”, “Gesucht und gefunden” erwarten das Publikum Veranstaltungen, die das Übersetzen künstlerisch, analytisch und interaktiv in Szene setzen. In Stuttgart, Krakau, Ljubljana, Tübingen, Prag und Berlin präsentieren Autoren, Übersetzer und Experten die Vielgestaltigkeit europäischer Literatur, ihre Räume und Verflechtungen.

Übersetzerinnen und Übersetzer im heutigen Europa zeichnen sich vor allem durch transkulturelle Biografien, unterschiedliche Lese- und Lebenserfahrungen und Bewegungen zwischen Kulturen und Traditionen aus.


24.09.14 20 Uhr

Gekreuztes: Judith Hermann: Aller Liebe Anfang

Special Guest: Jurko Prochasko, Übersetzer

Moderation: Uwe Kossack

Ort: Literaturhaus Stuttgart

Judith Hermann legt mit Aller Liebe Anfang erstmalig einen Roman vor. Stella und Jason sind verheiratet, sie haben eine Tochter, Ava, sie leben in einem Haus am Rand der Stadt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, ein Fremder. Um sich mit Stella zu unterhalten, wie er sagt. Der Fremde kommt am nächsten Tag wieder, lässt ihr keine Ruhe mehr. Judith Hermann erzählt vom Einsturz eines sicher geglaubten Lebens und einer irrationalen Schutzlosigkeit. Sie gilt als die prägende deutschsprachige Erzählstimme des Berlins der 1990er Jahre. Insbesondere auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas wird sie stark rezipiert und übersetzt. Im zweiten Teil des Abends vermisst Judith Hermann zusammen mit ihrem ukrainischen Übersetzer Jurko Prochasko, zugleich einer der führenden Intellektuellen des Landes, die europäische Dimension ihrer Texte.


Donnerstag 25.09. 20 Uhr

Gelesenes: Olga Tokarczuk

Der Gesang der Fledermäuse

Moderation: Alida Bremer

Ort: Literaturhaus Stuttgart

Die vielfach ausgezeichnete Olga Tokarczuk gehört zu den großen Namen der polnischen Literatur. Mit dem Roman Der Gesang der Fledermäuse wagt sie sich ins Genre des Thrillers. Die schrullige Erzählerin Janina Duszejko, Dorflehrerin für Englisch, hat zwei Leidenschaften: Astrologie und Tiere. Als in der Umgebung eine Leiche nach der anderen auftaucht, ist sie der Polizei immer einen Schritt voraus. Dabei weiß sie das unauffällige Erscheinungsbild einer alten Frau mit Plastiktüte in der Hand geschickt zu nutzen. Tokarczuk, 1962 geboren, erhielt 2008 den Nike-Preist, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. Der Gesang der Fledermäuse ist unter der Regie von Agnieszka Holland als deutsch-polnische Koproduktion zur Verfilmung vorgesehen.

Die Autorin, Übersetzerin und Literaturvermittlerin Alida Bremer spricht mit Olga Tokarczuk über ihr Schreiben und Werk, die transnationale und europäische Verankerung ihrer Texte sowie die internationale Wahrnehmung durch literarische Übersetzungen.


Freitag 26.09. 20 Uhr

Gespieltes:  Die Kunst der Übersetzung

Ein Abend mit Frank Günther

Ort: Literaturhaus Stuttgart

Mit Wort, Foto, Installation und Film geht die Veranstaltung auf die Suche nach der Kunst des literarischen Übersetzens. Der Übersetzer und Shakespeare-Kenner Frank Günther gibt in einer Wort-Performance faszinierende Einblicke in die Welt von William Shakespeare, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 450. Mal jährt. Unkonventionell und lebendig lädt er zu einem originellen Spaziergang durch Shakespeares Werke ein. Günther, geboren 1947, übersetzt seit über vierzig Jahren Shakespeare. Im Anschluss daran zeigen wir die Kunst der Übersetzung in assoziativen Formaten:  in der Videopoesie über transkulturelle Orte der ukrainischen Lyrikerin Kateryna Babkina, in der Text- und Übersetzungsinstallation der Erzählung „Salzwasser“ von Ulrike Almut Sandig, vertont von der Autorin in Kooperation mit Sebastian Reuter, und in einer Fotoschau zu Orten des Übersetzens von Teilnehmern des EU-Projektes TransStar Europa.


Samstag 27.09. ab 20 Uhr

Gespieltes: Serhij Zhadan & “Sobaky v kosmosi” [dt. Hunde im Weltall]

Ort:  Literaturhaus Stuttgart

Die „kühnste Stimme der jungen ukrainischen Literaturszene“ (NZZ), Serhij Zhadan, und die Ska-Band Sobaky v kosmosi  verbinden Ska und Reggae politischer Emigranten aus Jamaika mit psychedelischen Chorelementen aus der ukrainischen Volksmusik. In ihrem Stuttgarter Konzert stellen die Musiker ihr neues Album Kämpf um sie vor. Serhij Zhadan, geboren 1974, ist der wichtigste und aufregendste Vertreter der jungen ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er stammt aus der Ostukraine, die von Schwerindustrie- und Bergbaumetropolen gekennzeichnet ist und deren Bevölkerung vom Industrialisierungsmythos der Sowjetjahre geprägt wurde. In seinen Prosawerken Depeche Mode, Anarchy in the UKR und Hymne der demokratischen Jugend ist er dem Raum und seinen Menschen auf der Spur. Er begleitet Nutten, Bergarbeiter, Studenten, Penner und viele andere auf ihrer Suche nach einer neuen Identität in den Wirren der neuen Zeit.

Sonntag 28.09. 11 Uhr

Gesucht und gefunden: Augenfälliges aus der slowenischen und ukrainischen Gegenwartsliteratur

Ort: Dielenlesung bei Petra Bewer und Peter Conradi

Moderation: Schamma Schahadat, Tina Štrancar

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EU-Projekts TransStar Europa präsentieren Auszüge aus ihren literarischen Übersetzungen großer Autorinnen und Autoren ihrer Länder in der entspannten Atmosphäre einer privaten Stuttgarter Wohnung.  Sie lesen Texte von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren, die im heutigen Europa ihre Geschichte erzählen. Eine Geschichte von Identität und Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Fremde, Neubeginn, von Grenzen, ihren Verschiebungen und Überschreitungen.

Mitgestaltet wird der Übersetzungswürfel von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des EU-Projektes TransStar Europa, die aus acht europäischen Ländern stammen und im Verlauf von drei Jahren im literarischen Übersetzen und Kulturmanagement geschult werden und internationale Erfahrungen sammeln.

Projektträger: Slavisches Seminar der Eberhard Karls Universität Tübingen. Kooperationspartner: Literaturhaus Stuttgart, Villa Decius Krakau, Universität Ljubljana, Karls-Universität Prag, Literaturwerkstatt Berlin sowie die Partner des EU-Projekts TransStar Europa.

Ausführliche Informationen zu den sechs Stationen des Übersetzungswürfels und zum EU-Projekt TransStar Europa finden Sie unter:

http://transstar-europa.com/projekt/ubersetzungswurfel/

oder

http://www.slavistik.uni-tuebingen.de/transstar.html

Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Programm für lebenslanges Lernen der Europäischen Union und der Robert Bosch Stiftung.

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