Gescheitertes: Dinge, die es hier nicht gibt … oder doch?

Prag, 5. Juni 2015
14. 6. 2015

Von Vorträgen, Zuhörern und dem Stalin-Denkmal – Dinge, die es hier nicht gibt

Wenn man in Prag ist, sich mit Übersetzung beschäftigt und an einer Veranstaltung zum Thema „Dinge, die es hier nicht gibt“ teilnehmen soll, geht man am besten vorher spazieren, zu einem Ort, dem Letná Park, an dem es auch etwas nicht gibt: das Stalin-Denkmal. Mit 15,5 Metern ohne Sockel das höchste Stalin-Denkmal der Welt, 1955 eingeweiht, 1962 gesprengt, hinterließ es einen leeren Sockel. Seit 1991 steht dort ein Metronom, 23 Meter hoch.

Wenn man dann zum Veranstaltungsort zurücktrottet – die Hitze ist schließlich unerträglich geworden und außerdem zeigt die Uhr an, dass man sowieso fünf Minuten zu spät kommen wird –, sich die Treppen in den dritten oder vierten, oder der wievielte es auch ist, Stock hocharbeitet und den richtigen Raum findet, stellt man fest, dass es auch dort etwas nicht gibt: Zuhörer. Anwesend sind die verantwortlichen Übersetzergruppen der Sprachkombinationen Deutsch-Polnisch und Polnisch-Deutsch und diskutieren ganz privat darüber, dass der Slogan „Ehrmann – keiner macht mich mehr an“ unübersetzbar sei, und Vulgarismen nur schwer, weil die Deutschen in dieser Hinsicht in der analen Phase hängengeblieben sind und die Polen es bis zur genitalen Phase gebracht haben. Und sie diskutieren so intensiv, dass ein vorbereiteter und ein nicht vorbereiteter Vortrag gar nicht mehr stattfinden können, sie gibt es also nicht.

Ziemlich viele Dinge-die-es-hier-nicht-gibt für einen Nachmittag, nicht wahr? Aber das machte nichts, den nächsten Vortrag gab es dann. Ganz bestimmt.

 

Hier finden Sie einige Fotos.

von Marlena Breuer

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