Katja Petrowskaja:Vielleicht Esther

14. 6. 2014

Die Bachmann-Preisträgerin 2013 Katja Petrowskaja erzählt in “Vielleicht Esther” die eigene Familiengeschichte – und schafft ein herrliches Panorama des 20. Jahrhunderts.

“Vielleicht Esther” von der in der Ukraine geborenen Schriftstellerin Katja Petrowskaja ist ein Werk, das weder mit den literarischen Formalitäten überfrachtet ist noch mit dem überflüssigen  historischen Exkurs. Die Geschichte fängt in der Gegenwart an, in der die Erzählerin Katja Petrowskaja sich von Berlin nach Warschau versetzt, um dem Leben ihrer Ahnen nachzuspüren. Das war die Zeit des Massenmords, der Kriege und Deportationen (ihre beiden Großmütter waren Jüdinnen). Finsterer Kulminationspunkt ist das titelgebende Kapitel “Vielleicht Esther”: die Erzählung vom Schicksal der Urgroßmutter. Zu altersschwach für die Flucht vor der heranrückenden Wehrmacht, bleibt sie im September 1941 in ihrer Wohnung in Kiew. Dann werden die Juden Kiews aufgefordert, sich bei Babi Jar einzufinden. Hier töten die Deutschen innerhalb von zwei Tagen mehr als 33.000 Menschen.

Katja Petrowskaja lebt seit langem in Berlin, spricht und schreibt deutsch, im Roman verknüpft sie leichthändig Szenen aus Polen, aus der Ukraine, Deutschland, Österreich und Russland und schafft eine innere, grenzüberschreitende Erzählung über die Verbrechen des 20. Jahrhunderts.

Interview mit Katja Petrowskaja finden Sie hier.

Quellen: zeit.de, spiegel.de

Zusammengefasst von Valentyna Bilokrynytska

One Response to Katja Petrowskaja:Vielleicht Esther

  1. nina
    15. 6. 2014 at 12:21 pm

    Ich lese das Buch gerade und bin begeistert und ergriffen. Ich kann es wärmstens empfehlen!!

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