Kunst

23. 6. 2014

KUNST

„Bisch sicher, wotsch du da wirklich hiego?“

„Ich habs versprochen. Außerdem, vielleicht ist es wirklich ganz gut.“

„Fangts do aa?!“

„Keine Ahnung, von wem das ist… Komischer Titel: ‘Was alles in einem jüdischen Museum vorhanden sein sollte’… Da, diese Zeichnungen, das ist die Antwort.“

„Also, weisch, das isch das Szenario, das i dir vorher usgmoolet han, nu spannender.“

„Hm. Komm, ich bekomme hier Kopfweh.“

„Ich mag Collagen. Da, das ist nicht schlecht.“

„Ja, aber das hät mr i dä Mode scho vor füfzg Johr gmacht.“

„Die ist auch gut.“

„Nojo, das hät halt irged so ä Schuelklass gmacht.“

„Unsinn. Das sind renommierte Künstler.“

„Wohrschinlich…“

„Sicher. Sonst würden die ja nicht hier hängen.“

„So. Wars das?“

„Jetzt nach oben.“

„Was ist das?“

„Kei Ahnig.“

„Das sind unterschiedliche Bilder. Was soll das?“

„Ach.“

„Do isch nüüt.“

„Mir gefällt das aber. Ich mag Klanginstallationen.“

„Lueg amol döt, dä cha wenigschdens mole. Dä isch richtig guet!“

„Schau mal, die Perspektive. Die gebogenen Balken. Sehr gut.“

„Achtung! Da hat jemand Rohre liegen lassen.“

„Stimmt, han i gar nöd  gseh.“

„Aha.“

„Do hät ein kaputti Campingzelt anegschtellt. Und döt hanget no eis.“

„Tatsächlich. Hübsch.“

Und was isch das?“

„Das kann man mitnehmen. Schau: „Wer Interesse hat, einen Rucksack mitzunehmen und den Inhalt in der Öffentlichkeit zu benutzen, soll sich bei der Information melden.’“

„Mir gfallt dää döt…“

„Was, das Werkzeug? Nee, ich würde den mit der Trommel nehmen. Blechtrommel…“

„Die Frage ist schon: Ist das alles, was die deutsche Kunst zu bieten hat? Und ist das repräsentativ?“

„Ah lueg: dä hät irgendweli Bilder us äm Internet gholt.“

„Hörst du? Eine Klanginstallation.“

„Schöni Ussicht us äm Fenster.“

„Ja, stimmt.“

„Da chöntäd mer i dr Sunne än Kaffi trinke.“

„Tschilp, zwizwitsch,tschwitschwizwitschilp.“

„Oje, na du, was machst du hier? Nicht einmal Sand haben sie dir gegeben. Und allein bist du auch noch.“

„Tschwizwizwitschzwitsch.“

„Jaja. Tschilpzwipschpschitzwiltschipzwitsch.“

„Tschilp. Zwitschipziptschwiztschiptschilp.“

„Ist das Kunst?“

„Dass do dä Tierschutz nöd chunnt. Aber vielicht gits das do gar nöd.“

„Doch, ich glaube schon.“

Kunst – was ist das?

Für die, die nichts verstanden haben: macht nichts. Die Dialoge wurden im Rahmen eines Besuchs der Ausstellung Czas przyszły dokonany. Współczesna sztuka z Niemiec (dt: Vollendete Zukunft. Zeitgenössische Kunst aus Deutschland) in Warschau geführt. Man bemüht sich ja um gute nachbarschaftliche Beziehungen. Und ich habe auch nichts gegen zeitgenössische Kunst. Ich verstehe sie nur nicht immer. Und vielleicht ist das auch gar nicht nötig.

von Marlena Breuer

One Response to Kunst

  1. nina
    10. 8. 2014 at 6:51 am

    Ich kann mich gut rein versetzen! :) Super Beitrag!

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Newsletter

Blog

Übersetzungswürfel

Translating cube

Veranstaltungen

Events