Lesen für die Ukraine (XI.)

Borys Chersonskyj, 20. März 2014
20. 3. 2014

Борис Херсонский

Разросшийся сад. Разваливающийся господский
дом с колоннами, дом сиротский,
советник статский такой-то, раб Господен.
Теперь в отставке. Господь говорит: “Свободен!”.

Свободен – хоть до утра прогуливайся по саду
смотри как рассветный луч скользит по фасаду,
застревая в трещинах, загораясь в чердачном
окне на манер пожара. Год был неудачным.

Неурожай, отставка, а дом заложен-перезаложен,
банк прислал покупателя. Впрочем, возможен
новый кредит. Погрузимся в болото долга.
Истекают сроки, ждать осталось недолго.

Постыдна продажа, покуда живут на свете
старцы, знавшие батюшку с матушкой, помнящие как дети
в белых платьицах бегали по аллеям.
Себя не жалеем – хоть старых рабов пожалеем.

Они не видят развала – так помутилось зренье.
Не ходят в церковь – так ослабело тело.
Они не знают – еще при дедушке началось разоренье,
отец – продолжил, а внук – завершает дело.

В отставке, в долгах как в шелках, тех нет, те – далече,
как сказал поэт. Наг стою перед Богом.
Кабы само загорелось – было бы легче.
Не пришлось бы на старости совесть отяготить поджогом.

 

Borys Chersonskyj

Ein verwilderter Garten. Ein verfallenes Herren-
haus, säulenumstanden, das Haus verwaist,
der Staatsrat soundso, ein Knecht des Herrn.
Im Ruhestand nun. Der Herr spricht: „Frei!“

„Frei“ – sich im Garten ergehen von früh bis spät,
schau, wie der Morgenstrahl über die Mauern huscht,
in den Ritzen lauert, im Dachfenster flackert
wie Feuerschein. Ein glückloses Jahr.

Missernte, Entlassung, verpfändet und wieder verpfändet das Haus,
die Bank schickte Käufer. Neue Kredite schloss sie nicht aus.
Stürzen wir uns in den Schuldenhaufen.
Die Fristen verstreichen, wie lang wird’s noch laufen.

Verkaufen verbietet sich, so lange die Alten
leben: sie kannten die Eltern, sahen die Kinder
in weißen Kleidchen durch die Alleen laufen.
Uns bedauern wir nicht, wohl aber die alten Knechte.

Sie sehen den Verfall nicht – so trüb ist ihr Auge.
Sie gehen nicht zur Kirche – so matt ist ihr Leib.
Sie wissen nicht – schon unterm Vater begann der Verfall,
der Sohn machte weiter, und der Enkel führt es zu Ende.

Ruhestand, Schulden wie Heu, die einen fort, die anderen weit,
so die Worte des Dichters. Nackt stehe ich vor dem Herrn.
Hätt es sich selbst entzündet, wär’s leichter.
Da hätt das Gewissen in den alten Tagen nicht die Last einer Brandlegung zu tragen.

(Claudia Dathe)

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