Mykola Lukasch

5. 8. 2014

08_Mykola Lukasch-fotoMykola Lukasch (1919–1988)

„Faust“ von Goethe gehört seit langem zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Mit diesem Meisterstück beginnt die 15-bӓndige Sammlung von Übersetzungen und eigenen Werken von Mykola Lukasch. Lukasch hat schon als Schüler mit dieser Übersetzung angefangen und insgesamt  20 Jahre seines Lebens dem ukrainischen „Faust“ gewidmet. Die erste Veröffentlichung erschien 1955 und war ein herausragendes Ereignis im damaligen Literaturprozess.

In den 1950-70er Jahren schuf Lukasch seine bekanntesten Übersetzungen – „Don Quijote“ von Cervantes, das „Decamerone“ von Boccaccio, „Madame Bovary“ von  Flaubert, so wie Gedichte von Heine, Schiller, Burns und vielen anderen. Mykola Lukasch wird oft zugeschrieben, 30-40 Sprachen beherrscht zu haben, doch der Übersetzer selbst gab eine bescheidenere Zahl an: 18.

„Mykola Lukasch hasste das ganze sowjetische System wegen seiner brutalen, lügnerischen Ideologie. Er hasste, genauer gesagt, die Heuchelei aller politischen Regime. Ihn überraschte nicht der soziale Zynismus, sondern der menschliche. Denn er war ein prinzipienfester Idealist und Romantiker“ – schreibt Mykolas Patentochter Roxana. Wegen des Konfliktes mit den Behörden wird Lukasch mit einem Publikationsverbot belegt und war oft dem Hungertod nahe.

Mykola Lukasch wurde erst nach seinem Tod für sein Werk gewürdigt. Er wurde dreimal für den Taras-Schewtschenko Literaturpreis nominiert, aber jedes Mal wurde seine Kandidatur abgelehnt.

von Valentyna Bilokrynytska

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