Newsletter TransStar Europa 01/2013

31. 3. 2013

TransStar Europa ist ein europäisches Literatur- und Übersetzungsprojekt, das europäische Sprachen und Kulturen besser vernetzen und auf der mentalen Karte Europas verankern möchte. Das Projekt verbindet Weiterbildungen im literarischen Übersetzen und internationalen Kulturmanagement für Studierende und young professionals mit zahlreichen Kulturveranstaltungenzu bisher wenig wahrgenommenen Autorinnen und Autoren und aktuellen Entwicklungen in den Literaturen Mittel- Ostmittel- und Südosteuropas für ein breites Publikum. Mit zehn Werkstätten zum literarischen Übersetzen und drei öffentlichen Lesungen startet am 4. April in Tübingen, Łódź und Kiew die erste Veranstaltungsreihe im Projekt.

Veranstaltungen im Frühjahr 2013

Kick Off Veranstaltungen

In Tübingen stellt am 4. April, 19.30 Uhr, im Club Voltaire die Berliner Übersetzerin und Journalistin Eveline Passet das von ihr und Gabriele Leupold herausgegebene Buch „Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden“ vor, in dem die sprachlichen Besonderheiten des Deutschen unter dem Blickwinkel des literarischen Übersetzens beleuchtet werden.

In Kiew findet am 5. April, 19.00 Uhr, im Goethe-Institut ein Abend der Literatur, Übersetzung und Musik statt, auf dem die Prosaautorin Dzwinka Matijasch, die Übersetzer Andy Jelcič, Jurko Prochasko und Claudia Dathe sowie der Autor und Redakteur Jurko Izdryk mit seiner Band Drumtiatr auftreten.

In Łódź liest der polnische Autor Daniel Odija am 4. April, 19.30 Uhr, im Klub Nauczyciela.

Übersetzungswerkstätten

Die Übersetzungswerkstätten finden vom 4. bis 7. April in Tübingen, Łódź und Kiew statt.

In Tübingen tagen die Arbeitsgruppen Slowenisch-Deutsch, Tschechisch-Deutsch, Kroatisch-Deutsch, Polnisch-Deutsch. Im Verlauf von drei Tagen arbeiten die Teilnehmer sprachpaarbezogen mit ihren Werkstattleitern und gruppenübergreifend zusammen. In den gemeinsamen Arbeitsphasen werden die Teilnehmer sprach- und kulturübergreifende Fragen des literarischen Übersetzens erörtern und für ihre Textarbeit fruchtbar machen. Ziel ist es dabei insbesondere, kulturspezifische Herangehensweisen an das Übersetzen zu identifizieren und aus den unterschiedlichen Erfahrungen zu lernen.

In der Arbeitsgruppe Slowenisch-Deutsch bearbeitet die Werkstattleiterin Daniela Kocmut mit den Teilnehmern unter anderem einen Text der slowenischen Gegenwartsautorin Maruša Krese. Matthias Jacob behandelt in der Arbeitsgruppe Kroatisch-Deutsch an fünf Beispieltexten konkrete Probleme der Übersetzung kroatischer literarischer Texte und unternimmt den Versuch, sie zu systematisieren und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Ausgangs- und Zielsprache herauszuarbeiten. Die Arbeitsgruppe Polnisch-Deutsch unter der Leitung von Olaf Kühl nähert sich dem Übersetzen über die Diskussion der Textauswahl. Die Teilnehmer haben mit Tomasz Rózycki, Sylwia Chutnik und Ignacy Karpowicz Autoren mit einer außerordentlichen stilistischen Bandbreite gewählt. In den Werkstatttagen wird es darum gehen, die Übersetzungsprobleme und mögliche Lösungen zu skizzieren und so die weitere Arbeit im Anschluss voranzubringen. Kristina Kallert kontrastiert mit ihrer Arbeitsgruppe Tschechisch-Deutsch die Arbeit an einem selbst gewählten und an einem zugewiesenen Text und will über dieses doppelperspektivische Verfahren die Probleme beim Übersetzen aus dem Tschechischen fokussieren. Zu den in dieser Gruppe übersetzten Autoren gehören Jaroslav Durych, Josef Čapek, Alena Zemančíková, Michal Ajvaz, Hana Androniková.

Die Werkstattleiter

sind professionelle literarische Übersetzerinnen und Übersetzer, die zum Teil bereits Werkstätten im Rahmen des Projekts Textabdrücke – literarisches Übersetzen geleitet haben.

Olaf Kühl übersetzt seit den 1980er Jahren polnische russische und ukrainische Literatur ins Deutsche.  Für seine Übersetzungen aus dem Polnischen erhielt er 2005 den Karl-Dedecius-Preis. Er hat unter anderem Dorota Masłowska und Andzej Stasiuk ins Deutsche übersetzt. Im Wintersemester 2011/2012 hatte er die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin inne und war im Herbst 2012 Translator in Residence am Slavischen Seminar. Er leitet die Arbeitsgruppe Polnisch-Deutsch.

Kristina Kallert übersetzt Literatur aus dem Tschechischen, u.a. von Josef Jungmann, Julius Zeyer, Jiří Karásek ze Lvovic, Miloš Marten, Božena Němcová sowie Jiří Langer. Sie war 2010 Translator in Residence am Slavischen Seminar und leitet im Projekt TransStar Europa die Arbeitsgruppe Tschechisch-Deutsch.

Daniela Kocmut lebt in Graz als Übersetzerin und Dolmetscherin und unterrichtet Slowenisch als Sprachtrainerin. Gegenwärtig arbeitet sie als Assistentin bei der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN in Graz und ist als Slowenisch-Lektorin bei treffpunkt sprachen an der Universität Graz tätig. Übersetzt hat sie unter andem Luzias Augen und Der Baum ohne Namen von Drago Jančar, Die verborgene Harmonie von Katarina Marinčič, Alle meine Kriege, Plötzlich wurde es dunkel von Maruša Krese, Wasserlinge von Veno Taufer. Sie wirkt bei literarischen Abenden vor allem in Graz und in Maribor mit und schreibt Poesie in deutscher und slowenischer Sprache. Sie leitet die Arbeitsgruppe Slowenisch-Deutsch.

Matthias Jacob arbeitet als literarischer Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Reiseleiter nach Dalmatien und Istrien. Er übersetzt aus dem Kroatischen, Bosnischen und Serbischen. Neben Anthologien kroatischer und serbischer Gegenwartslyrik hat er u.a. Prosa von Stanko Andrić und Aleksandar Gatalica ins Deutsche übersetzt. Er leitet die Arbeitsgruppe Kroatisch-Deutsch.

 

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