Performance-Workshop (Akademie für gesprochenes Wort)

Literaturhaus Stuttgart, 25. September 2014
8. 10. 2014

Leitung: Florian Ahlborn und Cornelia Prauser

Wir literarischen Übersetzer tragen Autoren und ihre Werke in eine andere Kultur. Dabei reicht es bei weitem nicht, dass wir uns an unsere Schreibtische setzen und ihre Texte Wort für Wort, Satz für Satz, Kapitel für Kapitel übertragen. Wollen wir, dass die Bücher unserer Autoren gedruckt und gelesen werden, müssen wir dafür sorgen, dass sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Wir müssen sie wahrnehmbar machen. Und so geben wir ihnen auf Lesungen, Messen, Prosa- und Poesie-Festivals eine Stimme, nicht selten unsere eigene.

Darum halfen uns am zweiten Stuttgarter Werkstatt-Tag Florian Ahlborn und Cornelia Prauser dabei, unseren Übersetzungen Leben einzulesen. In fünf kurzweiligen Stunden gaben uns die beiden Sprechtrainer der Akademie für das Gesprochene Wort einen Einblick in die Grundlagen der Kommunikation, der Moderation und des Vortragens.

Was bedeutet Kommunikation? Wie stelle ich eine Kommunikationssituation her? Wann wird mein Gegenüber zu meinem Zuhörer? Was gehört zum Sprechen dazu? Wir starteten mit Gruppenspielen in den Nachmittag und lernten dabei, wie man aus einer zusammengewürfelten Gruppe eine Runde von Gesprächspartnern bildet.

Ist der Kontakt zum Publikum erst einmal aufgebaut, kann es mit dem Sprechen losgehen. Cornelia Prauser gab uns wertvolle Tipps für das Vortragen prosaischer und poetischer Texte. Sie zeigte uns, dass es vor allem wichtig ist, sich als Vortragender in den Text einzuleben. Denn erst wenn man sich die betreffende Szene beim Lesen bildlich vorstellt und sich die Emotionen vergegenwärtigt, gelingt es, den Zuhörer mit auf die Reise durch den Text zu nehmen. Wir übten mit den Übersetzungen, die wir einige Tage darauf in einer Salon-Lesung vortragen wollten. Mit diesem und vielen praktischen Tipps, die Cornelia Prauser uns mit auf den Weg gegeben hatte, wurde diese Lesung ein voller Erfolg.

Auch das Moderieren wollte gelernt werden. Florian Ahlborn übte mit uns das Fragen stellen, denn: „Wer fragt, der führt!“ Doch: Was ist eigentlich eine gute Frage? Wir lernten, offene Fragen zu stellen. Solche, die man nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Solche, die neugierig machen und zum Erzählen einladen. Zum Fragen gehört auch aufmerksames Zuhören, Nachhaken, Weiterdenken, erfuhren wir. Schließlich gab uns Florian Ahlborn auch mit auf den Weg, dass eine Lesung mit technischen Details wie Licht, Ortswahl oder Tischanordnung steht oder fällt.

von Constanze Aka

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